Weekly Backlog KW 26/2026
Katrin Peter 12 Minuten Lesezeit

Weekly Backlog KW 26/2026

Während draußen der Asphalt langsam in Lava übergeht, diskutiert die Tech-Branche mal wieder die wirklich wichtigen Fragen: Wie souverän ist Europas Cloud? Brauchen wir eigene Hyperscaler? Und warum wird eigentlich alles teurer – auch die Rechenleistung?

🧠 Editorial

Während draußen der Asphalt langsam in Lava übergeht, diskutiert die Tech-Branche mal wieder die wirklich wichtigen Fragen: Wie souverän ist Europas Cloud? Brauchen wir eigene Hyperscaler? Und warum wird eigentlich alles teurer – auch die Rechenleistung?

Diese Ausgabe hat jedenfalls genug Stoff für die nächste Kaffeepause. Es geht um Cloud-Abhängigkeiten, deutsche Alternativen, steigende Preise und die Erkenntnis, dass „wir kümmern uns später darum" selten eine belastbare Infrastrukturstrategie ist.

Außerdem mit an Bord: Sven Hennessen, der als Gastautor von der DWX Developer World erzähl. Wer wissen will, worüber Entwickler, Architekten und Plattform-Teams gerade wirklich sprechen, sollte den Beitrag auf keinen Fall überspringen.

Also kurz den Ventilator neu ausrichten und los geht’s.

📰Tech-News:

Ein „Deutscher Hyperscaler" löst nicht dein Problem

Die Forderung nach deutschen Hyperscalern klingt zunächst logisch. Wer digitale Souveränität will, möchte schließlich nicht von AWS, Microsoft oder Google abhängig sein. Aber das eigentliche Problem liegt oft ganz woanders.

Die meisten Unternehmen betreiben keine Streaming-Plattform mit hunderten Millionen Nutzern. Sie sind nicht Netflix. Sie verarbeiten keine Datenmengen, die eine globale Infrastruktur mit hunderttausenden Servern erfordern. Trotzdem wird häufig so eingekauft, als wäre genau das der Fall.

Fragt man Unternehmen nach ihren Anforderungen, kommen erstaunlich oft keine Anforderungen, sondern Produktnamen. Microsoft Azure. Microsoft 365. Copilot. Die gesamte Microsoft-Welt.

Das ist kein sauber definierter Bedarf. Das ist die Übernahme eines Anbieterportfolios.

An dieser Stelle wird oft argumentiert, europäische Alternativen würden nicht ausreichen. Aber was bedeutet das eigentlich?

Fehlt wirklich eine technische Funktion? Oder fehlt lediglich die identische Oberfläche, die identische Produktbezeichnung und das identische Marketingversprechen?

Wer digitale Souveränität will, muss sich zunächst ehrlich fragen, welche Anforderungen tatsächlich existieren. Denn zwischen „Wir brauchen genau Produkt X" und „Wir brauchen eine sichere Kollaborationsplattform" liegen Welten.

Die entscheidende Frage lautet nicht, welcher Anbieter die längste Feature-Liste hat. Die entscheidende Frage lautet: Was wird tatsächlich benötigt? Wie viele Nutzer gibt es? Welche Anwendungen sind geschäftskritisch? Welche Verfügbarkeit ist wirklich erforderlich? Welche Daten müssen besonders geschützt werden? Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich beurteilen, welche Infrastruktur notwendig ist.

Die Realität ist deutlich weniger spektakulär, als viele Marketingfolien suggerieren. Ein großer Teil der Unternehmensanwendungen lässt sich problemlos auf europäischer Infrastruktur betreiben. Mit offenen Standards. Mit Open Source. Mit deutlich mehr Kontrolle über Daten, Kosten und Abhängigkeiten.

Dafür muss man allerdings bereit sein, den eigenen Bedarf kritisch zu hinterfragen, statt reflexartig den Katalog eines Hyperscalers zu bestellen. Ja, Deutschland braucht leistungsfähige Cloud-Anbieter. Denn Europa braucht mehr digitale Souveränität.

Aber ein deutscher Hyperscaler löst kein Problem, wenn Unternehmen weiterhin Technologien einkaufen, die sie nie gebraucht haben. Souveränität beginnt nicht mit dem Anbieter. Sie beginnt mit einer ehrlichen Analyse der eigenen Anforderungen.

🔗https://www.heise.de/news/Unternehmen-wuenschen-sich-deutsche-Hyperscaler-und-buchen-US-Cloud-11335451.html?utm_term=Autofeed&utm_medium=Social&utm_source=LinkedIn#Echobox=1781692043

Die Hetzner-Preiserhöhung zeigt, wie abhängig Europa wirklich ist

Die Diskussion über die neuen Hetzner-Preise verläuft bislang erstaunlich oberflächlich. Verständlicherweise schauen viele zunächst auf die Zahlen. Wenn einzelne Cloud-Produkte plötzlich doppelt oder sogar dreimal so viel kosten wie bisher, entsteht schnell der Eindruck, ein Anbieter habe an der Preisschraube gedreht, weil der Markt es gerade hergibt.

Genau das halte ich für die falsche Interpretation.

Denn die entscheidende Frage lautet nicht, warum Hetzner seine Preise erhöht. Die entscheidende Frage lautet vielmehr, warum ein Unternehmen, das über viele Jahre für ein außergewöhnlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bekannt war und dessen Erfolg zu einem erheblichen Teil auf genau diesem Versprechen beruhte, überhaupt gezwungen ist, einen solchen Schritt zu gehen.

Die Antwort beginnt bei der Hardware.

Wer heute Cloud-Server verkauft, verkauft letztlich Rechenleistung, Speicher und Netzwerkressourcen. Hinter diesen abstrakten Produkten stehen jedoch physische Komponenten, deren Beschaffung in den vergangenen Jahren nicht nur teurer, sondern auch strategisch komplizierter geworden ist. Moderne Prozessoren, Hochleistungsspeicher, SSDs oder Netzwerktechnik entstehen in globalen Lieferketten, die auf wenige Hersteller, wenige Regionen und teilweise sogar auf einzelne Produktionsstandorte konzentriert sind.

Der aktuelle KI-Boom verschärft diese Situation zusätzlich. Während klassische Hosting-Anbieter früher vor allem mit anderen Hosting-Anbietern um Komponenten konkurrierten, stehen sie heute im Wettbewerb mit Unternehmen, die Milliardenbeträge in KI-Infrastruktur investieren und bereit sind, nahezu jeden Preis für verfügbare Kapazitäten zu bezahlen. Die Folge ist absehbar: Wer Server baut oder betreibt, muss höhere Beschaffungskosten akzeptieren.

In diesem Kontext erscheint die Preiserhöhung bei Hetzner weniger als unternehmerische Entscheidung denn als Symptom einer Entwicklung, die weit außerhalb des Einflussbereichs des Unternehmens begonnen hat.

Damit endet die Geschichte allerdings nicht.

Denn Hetzner steht vor einer Herausforderung, die aus meiner Sicht deutlich interessanter ist als die eigentliche Preisanpassung.

Über viele Jahre konnte sich das Unternehmen darauf verlassen, dass die Kombination aus solider Technik, europäischem Standort und sehr attraktiven Preisen ein überzeugendes Gesamtpaket ergab. Gerade im Vergleich zu den amerikanischen Hyperscalern lautete die Argumentation häufig nicht, dass Hetzner mehr Funktionen, den besseren Support oder das größere Ökosystem bietet. Das stärkste Argument war meistens, dass man für sein Geld außergewöhnlich viel Infrastruktur bekam.

Wenn sich die Preise nun deutlich nach oben bewegen, verändert sich zwangsläufig die Grundlage dieses Vergleichs.

Je kleiner der Preisabstand wird, desto stärker rücken andere Kriterien in den Vordergrund. Unternehmen beginnen dann genauer zu bewerten, welche Zusatzdienste verfügbar sind, wie flexibel Plattformen wachsen können, welche Integrationen existieren und wie hoch der operative Aufwand im täglichen Betrieb ausfällt. Mit anderen Worten: Ein Anbieter, der lange Zeit vor allem über ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt hat, muss künftig stärker über die Qualität seines Gesamtangebots überzeugen.

Das ist kein Vorwurf an Hetzner. Eher im Gegenteil.

Denn die eigentliche Ironie besteht darin, dass ausgerechnet einer der erfolgreichsten europäischen Infrastrukturanbieter gerade die Folgen jener Abhängigkeiten spürt, über die in Europa seit Jahren diskutiert wird. Wir sprechen regelmäßig über digitale Souveränität, technologische Unabhängigkeit und strategische Resilienz. Spätestens dann, wenn steigende Hardwarepreise direkt bei europäischen Anbietern und deren Kunden ankommen, wird sichtbar, dass diese Debatten keine politischen Randthemen sind, sondern wirtschaftliche Realität.

Die Hetzner-Preiserhöhung ist deshalb für mich vor allem eines: eine Erinnerung daran, wie teuer technologische Abhängigkeit wird, sobald aus theoretischen Risiken konkrete Rechnungen werden.

🔗https://docs.hetzner.com/de/general/infrastructure-and-availability/price-adjustment

FISA 702 läuft aus. Entwarnung für US-Clouds? Eher nicht.

Ein zentrales Gesetz der amerikanischen Auslandsüberwachung, die berüchtigte Section 702 des FISA, ist ausgelaufen. Wer nun glaubt, dass damit die Datenschutz- und Souveränitätsdebatte rund um AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud erledigt ist, sollte genauer hinschauen.

Denn die eigentliche Erkenntnis der aktuellen Diskussion ist eine andere: Das Problem war nie ausschließlich das Gesetz selbst.

Bereits jetzt signalisieren führende US-Politiker, dass die Überwachungspraxis möglichst unverändert fortgeführt werden soll. Gleichzeitig zeigt die Geschichte der vergangenen Jahrzehnte, dass Überwachungsbefugnisse in den USA regelmäßig angepasst, erweitert oder durch neue Rechtsgrundlagen ersetzt wurden.

Für europäische Unternehmen bedeutet das vor allem eines: Die Bewertung von Risiken sollte sich nicht an einzelnen Gesetzen orientieren, sondern an der grundsätzlichen Frage, welcher Jurisdiktion ein Anbieter unterliegt und welche Daten dort verarbeitet werden.

US-Hyperscaler bleiben technisch führend und sind für viele Anwendungsfälle die richtige Wahl. Sensible Daten, strategisches Unternehmenswissen, Forschungsdaten oder Informationen mit besonderem Schutzbedarf sollten jedoch weiterhin einer sehr sorgfältigen Risikoabwägung unterzogen werden.

Das Auslaufen von FISA 702 macht amerikanische Cloud-Anbieter nicht automatisch problemfrei.

Es erinnert vielmehr daran, warum digitale Souveränität und Datenhoheit in Europa weiterhin wichtige Themen bleiben.

🔗https://www.heise.de/news/US-Spionage-Rechtsgrundlage-laeuft-aus-Spionage-laeuft-weiter-11329582.html?utm_term=Autofeed&utm_medium=Social&utm_source=LinkedIn#Echobox=1781236300

🗣️LinkedIn-Beitrag der Woche

Ein lesenswerter Beitrag von Dominik Rapacki, CEO von meetergo, beschäftigt sich mit einer Frage, die in vielen Diskussionen über europäische KI-Unternehmen erstaunlich selten gestellt wird: Wem gehören diese Unternehmen eigentlich?

Anhand von Beispielen wie Langdock, Black Forest Labs und KugelAudio zeigt er auf, dass viele als „europäisch" wahrgenommene KI-Startups zwar in Deutschland oder Europa entwickelt werden, die Eigentümerstruktur jedoch häufig über US-Holdings in Delaware organisiert ist. Der Hintergrund ist meist derselbe: Internationale Investoren und US-Venture-Capital-Fonds verlangen entsprechende Strukturen, um investieren zu können.

Besonders spannend wird der Beitrag dort, wo Dominik die Verbindung zwischen Eigentümerstruktur, CLOUD Act und digitaler Souveränität herstellt. Denn die Frage, ob Daten in Europa gespeichert werden, ist nicht zwangsläufig identisch mit der Frage, welchem Recht ein Unternehmen letztlich unterliegt.

Eine wichtige und differenzierte Perspektive auf die aktuelle Debatte rund um europäische KI-Champions, digitale Souveränität und die Frage, was „Made in Europe" eigentlich bedeutet.

🔗 https://www.linkedin.com/posts/dominik-rapacki_digitalesouveraeunitaeut-cloudact-ki-share-7474700472889769984-mAPB/?utm_source=share&utm_medium=member_desktop&rcm=ACoAADCSWyQBU4m7hUbXDJqk27ftrkLIYOZzONU

📌Short-News:

Spracherkennung für den Linux-Desktop

Lokale Spracherkennung in Ubuntu Myna reduziert Cloud-Abhängigkeiten und stärkt digitale Souveränität durch Open-Source-Infrastruktur.

🔗 https://www.heise.de/news/Ubuntu-Myna-Spracherkennung-fuer-den-Linux-Desktop-11339967.html

Teils kritische Lücken in populärer SSH-Bibliothek

Kritische Lücken in libssh2 zeigen Abhängigkeiten in Infrastruktur-Stacks; Patch-Status verzögert, kein neues Release.

🔗 https://www.golem.de/news/libssh2-teils-kritische-luecken-in-populaerer-ssh-bibliothek-2606-210011.html

Per Dekret: Trump will Quantencomputer bis zum Jahr 2028 realisieren

US-Verordnung strebt bis 2028 Realisierung von Quantencomputern an; Sicherheitssysteme gegen quantenbasierte Angriffe sollen gestärkt werden.

🔗https://www.golem.de/news/per-dekret-trump-will-quantencomputer-bis-zum-jahr-2028-realisieren-2606-210095.html

🗣️Gastbeitrag:

Wir sind auf der DWX Developer World – komm vorbei!

von Sven Hennessen, vensas GmbH (Website, LinkedIn)

Nächste Woche fahren wir vom vensas-Team mit einem Teil unserer Mannschaft auf die DWX Developer World. Hier nun eine kurze Vorstellung, einen kleinen Talk-Teaser und die Einladung, uns einfach anzusprechen.

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Was ist die DWX eigentlich?

Die DWX Developer World findet vom 29. Juni bis 2. Juli 2026 im m:con Congress Center Rosengarten in Mannheim statt – und ist mit über 2.500 Teilnehmenden, 150+ Speakern und mehr als 170 Sessions eine der größten deutschsprachigen Entwicklerkonferenzen.

Das Programm deckt die gesamte Breite moderner Softwareentwicklung ab: .NET, Web, Cloud, DevOps, KI und Architektur. Neben 60-minütigen Sessions gibt es am ersten Tag ganztägige Workshops für alle, die tiefer einsteigen wollen – und abends sorgen Get-togethers und eine Casino Night dafür, dass der Networking-Teil nicht zu kurz kommt.

Was die DWX für uns besonders macht: Der Anspruch lautet ausdrücklich „Substanz statt Buzzwords" – Peer-Level-Austausch unter Entwickler:innen, die wissen, wovon sie reden. Genau das richtige Umfeld, wenn man wissen will, was in der Praxis wirklich funktioniert.

Wer ist vensas – und was machen wir?

Wir sind vensas, eine inhabergeführte Software-Schmiede aus Saarbrücken. Wir entwickeln individuelle Softwarelösungen für Mittelstand und Industrie – also für Betriebe, die geschäftskritische oder produktionsnahe Software brauchen und dabei jemanden wollen, der nicht einfach nur Code liefert, sondern wirklich mitdenkt.

Das Spektrum reicht von individuellen Anwendungen (ERP, MES, CRM, Web) über Systemintegration und Datenmigration bis hin zu KI-gestützter Prozessautomatisierung und Cloud-Architekturen. Technologisch arbeiten wir hauptsächlich mit .NET, C#, TypeScript und React – und wir kennen die Branchen unserer Kunden: Automotive, Industrie, Logistik, Konsumgüter und mehr.

Was uns von der üblichen Agentur-Erfahrung unterscheidet: Wir sind klein und schnell, bei uns wechselt der Ansprechpartner nicht ständig, wir kennen die Projekte unserer Kunden in- und auswendig. Wir sind keine „Berater", die nur Konzepte liefern – wir setzen um, wir liefern Software, die funktioniert. Ein Satz, den du bei uns hören könntest: „Das können wir so bauen. Aber empfehlen würden wir es nicht."

Warum wir auf der DWX sind

Ganz ehrlich? Aus denselben Gründen wie vermutlich die meisten anderen auch: neue Impulse mitnehmen, Trends aus erster Hand verstehen und alte wie neue Kontakte pflegen.

Wir fahren mit einem Großteil unseres Teams hin – und das ist keine Selbstverständlichkeit. Wir finden aber, dass genau diese Art von Austausch, den man auf einer Konferenz hat, nicht durch keine Menge an Blogposts oder YouTube-Videos zu ersetzen ist. Manchmal braucht es einfach das Gespräch am Kaffeestand und den notwendigen Blick über den Tellerrand, um die eigenen Ideen zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.

Talk-Teaser: .NET Aspire in der Praxis

Ich selbst halte am Dienstag, 30. Juni um 15:30 Uhr einen Talk:

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.NET Aspire ist in den letzten Jahren von einem “ganz netten Entwickler-Tool” zu einer ernstzunehmenden Plattform für verteilte Systeme herangewachsen – und ich habe es dabei begleitet, in echten Projekten, mit echten Stolpersteinen.

Im Talk nehme ich euch mit entlang des kompletten Lebenszyklus einer Aspire-Anwendung:

  • Lokale Entwicklung: Wie der AppHost funktioniert, wie Docker-Container eingebunden werden, was hinter der Aspire-Orchestrierung steckt
  • Konfiguration & Secrets: Wie wird lokal oder beim Deployment konfiguriert und was haben dotnet user-secrets damit zu tun?
  • Deployment: Helm-Charts, Kubernetes-Manifeste, eigene Deployment Targets – was Aspire heute automatisiert, wo noch manuelle Arbeit nötig ist
  • Aspire MCP: Die spannende neue Schnittstelle, die strukturierten Anwendungskontext für KI-Tools bereitstellt – und was das konkret für Developer Workflows bedeutet
  • Lessons Learned: Was gut funktioniert, was nicht, welche Patterns sich bewährt haben

Das alles begleitet von einer Live-Demo mit einer kleinen verteilten Anwendung zur Überwachung des Füllstands unserer Büro-Snacks. Und natürlich gibt es auch die eine oder andere Anekdote aus der Praxis.

Komm vorbei und sag Hallo

Ob du unseren Talk besuchst, uns zufällig in der Kaffeeschlange triffst oder einfach mal schauen willst, was wir so machen – wir freuen uns über jeden Austausch. Sprecht uns einfach an.

Wenn du Themen rund um .NET, Aspire und Softwarearchitektur auf dem Herzen hast, oder über Digitalisierung von Geschäftsprozessen im Mittelstand sprechen möchtest, sind wir definitiv die richtigen Gesprächspartner.

Bis nächste Woche in Mannheim! 👋

🚨 Der Ausverkauf der Souveränität:

Was die Übernahme von Continue (acquired by Cursor) über den KI-Markt verrät.

Mit der Übernahme durch Cursor verschwindet eine der bekanntesten Open-Source-Alternativen zu GitHub Copilot vom Markt. Der Quellcode bleibt verfügbar, das Produkt wird eingestellt.

Continue wurde aufgebaut, um Entwicklern mehr Kontrolle über Modelle, Daten und Entwicklungsumgebungen zu geben. Heute wird dieses Projekt Teil eines Unternehmens, das selbst zu den dominierenden Akteuren des KI-Marktes gehört.

Zusätzliche Brisanz erhält der Vorgang durch die Übernahme von Cursor durch SpaceX. Aus einer unabhängigen Open-Source-Alternative wird damit ein Baustein innerhalb eines Technologieökosystems, das immer mehr Infrastruktur, Plattformen und Werkzeuge unter einem Dach vereint.

Je stärker KI-Systeme in Entwicklungsprozesse integriert werden, desto wichtiger wird die Kontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette. Modelle, Entwicklungswerkzeuge und Plattformen wachsen zu Ökosystemen zusammen, deren Stärke weniger aus technologischer Überlegenheit als aus ihrer Reichweite und Marktmacht entsteht.

Darunter leiden nicht schlechte Anbieter. Darunter leiden unabhängige Anbieter. Aus europäischer Perspektive liegt genau hier das Problem. Innovation entsteht vielerorts. Die Kontrolle über erfolgreiche Innovationen konzentriert sich aber zunehmend bei wenigen US-Unternehmen.

Der Vorgang zeigt, wie offene Alternativen Wettbewerb schaffen – und anschließend von den Plattformen absorbiert werden, die sie ursprünglich herausfordern wollten.

🔗https://thenewstack.io/cursor-acquires-continue-coding/

Und weiter geht es

OpenAI kauft das Kieler Startup Ona. Für die Gründerszene ist das ein Mega-Exit. Für Europa ist es ein weiteres Beispiel für ein bekanntes Muster.

Ona hat eine Technologie entwickelt, die OpenAI offensichtlich nicht selbst bauen wollte oder konnte: sichere Cloud-Umgebungen für KI-Agenten. Genau diese Infrastruktur wird benötigt, damit Systeme wie Codex komplexe Aufgaben über Stunden oder Tage hinweg zuverlässig ausführen können.

Die Übernahme zeigt zweierlei. Erstens: Europäische Teams bauen technologisch relevante Produkte auf Weltklasseniveau. Zweitens: Die Wertschöpfung landet am Ende oft trotzdem bei den großen US-Konzernen.

Für die Gründer und Investoren ist der Deal zweifellos ein Erfolg. Aber wir müssen uns fragen: Wann schaffen wir in Europa endlich die Rahmenbedingungen, damit solche Unternehmen nicht nur gegründet, sondern auch langfristig eigenständig skaliert werden können?

Denn technologische Souveränität entsteht nicht durch gute Ideen allein. Sie entsteht dort, wo Unternehmen wachsen dürfen und bleiben wollen.

🔗https://www.kn-online.de/lokales/kiel/mega-exit-openai-kauft-kieler-startup-ona-erfolg-oder-ausverkauf-XDSY3SH3TZEIZK5B7ONKVXN33U.html?utm_source=linkedin&utm_medium=social&utm_campaign=linkedin_postings&utm_content=text_link_bild_paid

☀️Good News zum Schluss

Zum Abschluss noch eine positive Nachricht:

Wie Daniel Benad von IONOS berichtet, hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die Einhaltung des C5-Standards für die IONOS Cloud bestätigt. Die Zertifizierung umfasst auch die KI-Services sowie den Nextcloud Workspace.

Warum ich das erwähne? Weil in der Debatte über digitale Souveränität häufig über fehlende Alternativen gesprochen wird. Diese Meldung zeigt: Es gibt sie. Und sie erfüllen die Anforderungen, die Unternehmen und Behörden heute erwarten.

Nicht jede gute Nachricht im Digitalbereich kommt aus dem Silicon Valley.

Damit endet mein Newsletter für diese Woche. Vielen Dank fürs Lesen.

Ich wünsche euch eine erfolgreiche Restwoche.

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