.png?v=281638d34028)
🧠 Editorial
KW 42 – Die Antwort auf alles?
Douglas Adams zufolge ist 42 die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. Für Europas digitale Souveränität fällt die Antwort leider weniger eindeutig aus.
Die Bundesregierung lässt Mistral fallen, während München mit Open Source Abhängigkeiten reduziert und Millionen sparen will.
Google gerät in Finnland wegen Rodungen für Rechenzentren mit den Behörden aneinander. In Dänemark zeigt ein Angriff auf das zentrale Personenregister, wie gravierend Sicherheitsmängel bei IT-Dienstleistern sein können.
Wie sich zumindest Cloud-Abhängigkeiten technisch reduzieren lassen, zeigt Fabian Peter bei den Sovereign Cloud Days in Saarbrücken. In seinem Talk geht es um offene Infrastruktur-APIs als Ausweg aus dem Hyperscaler-Lock-in.
Die Erkenntnis dieser Woche: An Antworten mangelt es Europa nicht. An konsequenter Umsetzung schon.
Viel Spaß beim Lesen!
📰 Tech-News
Finnland stoppt Google wegen massiver Waldrodungen
13 Milliarden Euro will Google in den kommenden zwei Jahren in Finnlands digitale Infrastruktur investieren. Drei neue Rechenzentrumsprojekte sind im Norden des Landes geplant. Doch bei zwei Standorten musste nun die finnische Aufsichtsbehörde eingreifen. Der Grund: Umfangreiche Rodungen und Bauarbeiten, obwohl die erforderliche Umweltverträglichkeitsprüfung noch nicht abgeschlossen ist.
Betroffen sind Flächen von mehr als 300 Hektar bei Muhos und knapp 200 Hektar bei Kajaani. Googles Tochterunternehmen Tuike Finland wurde aufgefordert, umweltverändernde Arbeiten einzustellen. Dazu gehören Baumfällungen, Erdarbeiten und Sprengungen. Bis zum 14. Oktober muss das Unternehmen schriftlich Stellung nehmen, spätestens am 23. Oktober sollen die Arbeiten gestoppt sein. Andernfalls drohen ein Zwangsverfahren und möglicherweise ein Zwangsgeld.
Bemerkenswert ist nicht nur das Ausmaß der Eingriffe, sondern auch der Zeitpunkt.
Bereits Mitte September hatte Finnlands größte Naturschutzorganisation Suomen luonnonsuojeluliitto auf mögliche Rechtsverstöße hingewiesen. Nach finnischem Recht ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgeschrieben, wenn mehr als 200 Hektar Wald dauerhaft gerodet werden. Bei Muhos ist dieser Schwellenwert nach Angaben der Organisation überschritten, bei Kajaani könnte das ebenfalls der Fall sein.
Der Naturschutzverband sprach von „grober Inkompetenz“ oder einer „eklatanten Missachtung“ der Gesetze. Die Aufsichtsbehörde formuliert zurückhaltender. Ihre Aufforderung zum Baustopp macht jedoch deutlich, dass die Prüfung nicht durch bereits geschaffene Tatsachen ersetzt werden darf.
Google erklärt, in gutem Glauben gehandelt zu haben, und will der behördlichen Aufforderung folgen. Außerdem kündigte der Konzern an, in Muhos auf 130 Hektar Bäume zu pflanzen.
Doch eine angekündigte Aufforstung beantwortet nicht die Frage, weshalb die Eingriffe vor Abschluss der erforderlichen Prüfung stattgefunden haben.
Finnland bietet Google wirtschaftlich attraktive Bedingungen: niedrige Temperaturen, ein stabiles Stromnetz, geringe Bevölkerungsdichte und damit günstige Voraussetzungen für den Betrieb großer Rechenzentren. Hinzu kommt ein langfristiger Stromabnahmevertrag aus Kernenergie.
Diese Standortvorteile erklären die Investitionsentscheidung. Sie rechtfertigen aber keine Vorwegnahme umweltrechtlicher Verfahren.
Gerade bei Infrastrukturprojekten dieser Größenordnung ist die Reihenfolge entscheidend. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung soll die Folgen eines Vorhabens bewerten, bevor irreversible Eingriffe erfolgen. Werden große Waldflächen bereits vorher gerodet, verliert das Verfahren einen wesentlichen Teil seiner präventiven Funktion.
Der Fall zeigt deshalb ein grundlegendes Problem: Wirtschaftliche Investitionszusagen und technische Standortvorteile dürfen nicht darüber entscheiden, wann gesetzliche Prüfpflichten tatsächlich greifen.
13 Milliarden Euro Investitionsvolumen ändern nichts an dieser Reihenfolge.
Finnlands Behörden haben sie nun ausdrücklich eingefordert.
🔗https://www.heise.de/news/Viel-zu-viele-Baeume-gefaellt-Baustopp-fuer-Rechenzentren-von-Google-in-Finnland-11478845.html?utm_term=Autofeed&utm_medium=Social&utm_source=LinkedIn#Echobox=1791364479
US-Regierung schließt Microsoft und Adobe von Green-Card-Programm aus
Microsoft entlässt Tausende amerikanische Beschäftigte und nutzt gleichzeitig Tausende Arbeitsvisa für ausländische Fachkräfte. Die US-Regierung sieht darin ein systematisches Problem und zieht Konsequenzen.
Microsoft, Adobe und sechs weitere IT-Unternehmen werden von einem Programm ausgeschlossen, über das befristete Arbeitsvisa in dauerhafte Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen umgewandelt werden können. US-Arbeitsminister Keith Sonderling spricht von „jahrzehntelangem Missbrauch“.
Besonders schwer wiegen die Vorwürfe gegen Microsoft.
US-Vizepräsident J.D. Vance zufolge hat Microsoft im vergangenen Jahr 6.000 amerikanische Beschäftigte entlassen. Gleichzeitig habe das Unternehmen von 6.300 H-1B-Visa und fast 3.000 Green Cards profitiert.
Vance wirft Microsoft vor, das System stärker zu missbrauchen als jedes andere US-Unternehmen. Microsoft und Adobe hatten zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht auf die Anschuldigungen reagiert.
Das H-1B-Programm ermöglicht amerikanischen Unternehmen, qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland zeitlich befristet einzustellen. Über das sogenannte PERM-Verfahren können Arbeitgeber anschließend eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Voraussetzung ist unter anderem der Nachweis, dass die betreffende Stelle nicht mit einer amerikanischen Arbeitskraft besetzt werden konnte.
Genau an dieser Voraussetzung entzündet sich der Konflikt.
Wenn Unternehmen gleichzeitig amerikanische Beschäftigte entlassen und ausländische Fachkräfte dauerhaft einstellen wollen, entsteht erheblicher Erklärungsbedarf. Die bloße Gegenüberstellung der Zahlen beweist allerdings noch keinen Rechtsverstoß. Entscheidend ist, welche Stellen betroffen sind und ob die gesetzlichen Voraussetzungen tatsächlich erfüllt wurden.
Neben Microsoft und Adobe trifft die Entscheidung Cognizant, Infosys, Tata, Wipro, HCL und Capgemini. Nach Angaben des Arbeitsministeriums gingen dem Ausschluss Untersuchungen einer eigens eingesetzten Task Force voraus.
Die Maßnahmen sind zugleich Teil der restriktiveren Einwanderungspolitik von Donald Trump. Seine Regierung wirft Tech-Unternehmen vor, H-1B-Visa zur Senkung ihrer Personalkosten einzusetzen und amerikanische Fachkräfte zu benachteiligen.
Ein Versuch, H-1B-Visa mit einer Gebühr von 100.000 US-Dollar zu belegen, wurde zunächst gerichtlich gestoppt.
Die Konsequenzen dieser Politik reichen weit über Microsoft hinaus.
Mehr als 70 Prozent der 2023 und 2024 genehmigten H-1B-Visa entfielen auf indische Staatsbürger. Unter den ausgeschlossenen Unternehmen befinden sich mehrere große indische IT-Dienstleister. Während Washington den Zugang zum amerikanischen Arbeitsmarkt einschränkt, entstehen in Indien neue Arbeitsplätze in der Technologiebranche.
Der Fall macht zwei unterschiedliche Probleme sichtbar: mögliche Verstöße gegen arbeitsrechtliche Schutzmechanismen durch Unternehmen und eine Regierung, die darauf mit einer generellen Verschärfung der Zuwanderungsbedingungen reagiert.
Die Kontrolle möglicher Missbrauchspraktiken ist notwendig. Sie ersetzt aber keine differenzierte Fachkräftepolitik.
Wer tatsächliche Regelverstöße verhindern will, muss sie nachweisen und sanktionieren. Wer stattdessen den Zugang ausländischer Fachkräfte grundsätzlich erschwert, geht weit über dieses Ziel hinaus.
🔗https://www.heise.de/news/US-Regierung-schliesst-Microsoft-und-Adobe-von-Visa-Programm-aus-11481548.html?utm_term=Autofeed&utm_medium=Social&utm_source=LinkedIn#Echobox=1791482102
Dänemarks Personenregister gehackt – Zugang offenbar mit Passwort 123456 gesichert
8,8 Millionen Identifikationsnummern könnten bei einem Angriff auf Dänemarks zentrales Personenregister kompromittiert worden sein. Besonders brisant: Mehrere Benutzerkonten eines beteiligten IT-Dienstleisters waren offenbar mit dem Passwort „123456“ gesichert. Darunter soll sich sogar ein Administratorkonto befunden haben.
Der Angriff erfolgte über den externen IT-Dienstleister Pays ApS, dessen Zugriffsberechtigung auf das nationale CPR-Register missbraucht wurde. Das Unternehmen bestätigte, selbst Opfer eines Cyberangriffs geworden zu sein.
Recherchen der dänischen Zeitung Politiken zufolge verwendeten zum Zeitpunkt des Angriffs mindestens drei Benutzerkonten des Dienstleisters das Passwort „123456“.
Ob dieses Passwort tatsächlich den Zugang ermöglichte, ist bislang nicht bestätigt. Allein seine Verwendung wäre jedoch ein gravierendes Sicherheitsversäumnis.
Besonders problematisch ist die Dauer des unbefugten Zugriffs. Berichten zufolge konnte eine unbekannte Person ab dem 10. September insgesamt 21 Tage und 17 Stunden auf das Register zugreifen.
Damit steht nicht nur die Absicherung einzelner Benutzerkonten infrage, sondern auch die Fähigkeit, unberechtigte Zugriffe auf eine derart sensible Infrastruktur zeitnah zu erkennen.
Das eigentliche Problem reicht weit über ein schwaches Passwort hinaus.
Das CPR-Register enthält eindeutige Identifikationsnummern, die in Dänemark für zahlreiche staatliche und wirtschaftliche Prozesse verwendet werden. Sie spielen unter anderem im Gesundheitswesen, bei Banken, in der Steuerverwaltung und bei behördlichen Dienstleistungen eine zentrale Rolle.
Werden solche Nummern offengelegt, können daraus erhebliche Risiken für Identitätsmissbrauch entstehen. Anders als ein kompromittiertes Passwort lässt sich eine staatliche Personenkennziffer nicht einfach austauschen.
Der Vorfall verdeutlicht zudem eine grundlegende Schwachstelle beim Betrieb kritischer IT-Systeme: Die Sicherheit einer staatlichen Infrastruktur hängt auch von sämtlichen externen Dienstleistern ab, denen Zugriff gewährt wird.
Selbst umfassende Schutzmaßnahmen innerhalb einer Behörde reichen nicht aus, wenn privilegierte Zugänge bei Auftragnehmern unzureichend abgesichert sind.
Gerade deshalb müssen Zugriffsrechte, Authentifizierungsverfahren und die Überwachung externer Verbindungen denselben Sicherheitsanforderungen unterliegen wie die internen Systeme.
Die dänischen Behörden untersuchen den Vorfall noch. Weder der genaue Angriffsweg noch das vollständige Ausmaß des möglichen Datenabflusses sind abschließend geklärt.
Was bereits jetzt deutlich wird: Wer Zugriff auf Millionen hochsensibler Personendaten erhält, muss nachweisbar angemessene Sicherheitsstandards erfüllen.
Ein Passwort wie „123456“ darf in einer solchen Umgebung nicht vorkommen. Erst recht nicht bei einem Administratorkonto.
🔗https://www.golem.de/news/daenemark-hacker-hatten-wochenlang-zugriff-auf-zentrales-personenregister-2610-213979.html
München setzt wieder auf Open Source – und spart Millionen
München galt einst als Vorreiter für Open Source in der öffentlichen Verwaltung. Dann kam die Rückkehr zu Microsoft. Heute setzt die Stadt erneut auf quelloffene Software. Diesmal allerdings mit einem anderen Ansatz: Statt das gesamte Betriebssystem auszutauschen, werden gezielt proprietäre Anwendungen ersetzt.
Die Geschichte von LiMux zeigt, wie stark politische Entscheidungen die IT-Strategie einer Verwaltung beeinflussen können.
Anfang der 2000er-Jahre begann München, Windows durch eine eigene Linux-basierte Arbeitsplatzumgebung zu ersetzen. 2013 war die Umstellung abgeschlossen. Nur vier Jahre später beschloss der Stadtrat, wieder zu Windows zurückzukehren. Die Migration von LibreOffice zu Microsoft Office wurde sogar erst 2023 beendet.
Bemerkenswert ist, dass die Rückkehr zu Microsoft ähnlich lange dauerte wie der ursprüngliche Umstieg auf Open Source.
2020 änderte München erneut seine Strategie. Seither gilt der Grundsatz, quelloffene Software bei Beschaffungen zu bevorzugen, sofern dies technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Selbst entwickelte Software soll unter Berücksichtigung rechtlicher Vorgaben öffentlich zugänglich gemacht werden.
Seit 2024 verfügt die Stadt außerdem über ein eigenes Open Source Program Office (OSPO), das die entsprechenden Aktivitäten koordiniert.
Entscheidend ist allerdings nicht die organisatorische Struktur, sondern was München inzwischen konkret umsetzt.
Im Bereich der Virtualisierung ersetzt die Stadt VMware durch Proxmox. Das Projekt soll 2027 abgeschlossen sein und jährlich rund eine Million Euro einsparen.
Auch Jira und Confluence sollen abgelöst werden. An ihre Stelle treten OpenProject und XWiki. Die erwartete jährliche Ersparnis liegt bei mehr als 500.000 Euro.
Bei Datenbanken setzt München zunehmend auf PostgreSQL statt Oracle. Hier stehen ausdrücklich nicht die Lizenzkosten im Vordergrund. Nach Angaben von IT-Referentin Laura Dornheim sind die aktuellen finanziellen Konditionen mit Oracle durchaus attraktiv. Ausschlaggebend ist vielmehr die strategische Entscheidung für Open Source.
Das ist ein wesentlicher Unterschied: Open Source wird nicht ausschließlich als Sparmaßnahme betrachtet, sondern als langfristige IT-Strategie.
Hinzu kommen eigene Entwicklungen. Mit DAVe stellt München eine Anwendung zur Erfassung und Auswertung von Verkehrsdaten bereit, die inzwischen auch Wolfsburg nutzt. MUCGPT ermöglicht Beschäftigten den DSGVO-konformen Einsatz verschiedener KI-Assistenten. Der Quellcode beider Projekte ist öffentlich auf GitHub verfügbar.
Mit einem Open-Source-Sabbatical fördert München außerdem die direkte Mitarbeit an quelloffenen Projekten. Auch externe Entwickler können sich bewerben und finanzielle Unterstützung erhalten.
Damit geht die Stadt über den bloßen Einsatz vorhandener Software hinaus. Sie beteiligt sich aktiv an deren Weiterentwicklung.
Münchens zweiter Anlauf unterscheidet sich grundlegend von LiMux.
Statt einer umfassenden Migration setzt die Stadt auf einzelne, wirtschaftlich und technisch begründete Entscheidungen. Sie verbindet konkrete Einsparziele mit der systematischen Förderung offener Technologien.
Ob diese Strategie langfristig Bestand hat, wird sich zeigen. Die Geschichte von LiMux belegt schließlich, dass technische Entscheidungen durch politische Mehrheiten wieder aufgehoben werden können.
Die aktuellen Projekte zeigen aber bereits, dass Open Source in einer großen kommunalen Verwaltung praktisch einsetzbar ist und messbare wirtschaftliche Vorteile bieten kann.
München muss nicht noch einmal beweisen, dass ein Linux-Desktop in der Verwaltung funktioniert. Die Stadt zeigt inzwischen, dass Open Source weit mehr ist als eine Betriebssystementscheidung.
🔗https://www.heise.de/news/Muenchen-Open-Source-ist-wieder-da-11484321.html?utm_term=Autofeed&utm_medium=Social&wt_mc=sm.sm.ho.li.li.li_channel.li_channel&utm_source=LinkedIn#Echobox=1791811214
🎟️ Eventempfehlung
.png?v=ac4fe2b5b522)
Sovereign Cloud Days 2026 in Saarbrücken: Fabian Peter zeigt den Weg aus dem Hyperscaler-Lock-in
Cloud-Souveränität beginnt nicht bei der Wahl eines europäischen Providers. Entscheidend ist, ob die technische Architektur einen Anbieterwechsel tatsächlich ermöglicht.
Genau darum geht es bei den Sovereign Cloud Days 2026 in Saarbrücken. Die Veranstaltung bringt die Diskussion über digitale Souveränität mit konkreten technischen Ansätzen für offene und interoperable Cloud-Infrastrukturen zusammen.
Besonders empfehlenswert ist der Vortrag unseres CEOs Fabian Peter von SQUILD.
Unter dem Titel „Out of the Hyperscaler: Open IaaS APIs as an Exit“ beschäftigt er sich mit einer der zentralen Ursachen des Hyperscaler-Lock-ins: proprietären Infrastruktur-APIs und SDKs.
Denn selbst wenn Anwendungen cloud-native entwickelt werden, bedeutet das noch lange nicht, dass sie sich ohne größeren Aufwand zwischen verschiedenen Cloud-Anbietern betreiben lassen.
Fabian Peter zeigt, wie offene IaaS-Schnittstellen, OpenStack und Sovereign Cloud Stack (SCS) dazu beitragen können, diese Abhängigkeiten zu reduzieren. Kubernetes bildet dabei eine stabile Betriebsschicht für Anwendungen, während die darunterliegende Infrastruktur austauschbar bleibt.
Die entscheidende Frage ist nicht, ob ein Providerwechsel vertraglich erlaubt ist, sondern ob die Architektur ihn technisch zulässt.
Die Sovereign Cloud Days bieten eine gute Gelegenheit, sich mit genau diesen technischen Voraussetzungen auseinanderzusetzen und offene Infrastrukturstandards nicht nur als politisches Ziel, sondern als konkrete Architekturentscheidung zu betrachten.
Die Veranstaltung wird von East Side Fab., EDIH Saarland und der htw saar getragen.
📍 Sovereign Cloud Days 2026 | Saarbrücken
📅 24. Oktober 2026 | 16:30–17:15 Uhr
🎤 Fabian Peter | Workshop Stage
🔗 Mehr zur Veranstaltung: https://www.sovereign-cloud-days.eu/event/sovereign-cloud-days-2026-1/page/home-sovereign-cloud-days-2026-3
📰 Short News
1. W Social: Wenn Verifizierung zum Datenschutzproblem wird
Bei W Social zeigt sich, wie schnell der Anspruch auf vertrauenswürdige digitale Kommunikation mit dem Schutz der Privatsphäre kollidieren kann. Die Analyse von metacheles thematisiert die datenschutzrechtlichen Risiken der Identitätsprüfung und die regulatorischen Anforderungen an soziale Netzwerke. Im Mittelpunkt steht ein grundsätzlicher Konflikt: Verifizierung soll die Glaubwürdigkeit digitaler Kommunikation erhöhen, kann aber gleichzeitig neue Risiken für personenbezogene Daten schaffen. Entscheidend ist deshalb nicht allein, ob Nutzer identifiziert werden, sondern wie ihre Daten verarbeitet und geschützt werden. Gerade für europäische Plattformen ist das eine zentrale Frage.
🔗 https://www.metacheles.de/w-social-datenskandal/
2. Digital Networks Act: Streit um Europas Festnetzinfrastruktur
Der geplante Digital Networks Act verschärft die Auseinandersetzung um die Zukunft der europäischen Telekommunikationsnetze. Dabei geht es um weit mehr als technische Regulierung. Die politischen Entscheidungen beeinflussen die wirtschaftlichen Bedingungen für den Glasfaserausbau und das Verhältnis zwischen Telekommunikationsunternehmen und staatlicher Infrastrukturpolitik. Im Kern steht die Frage, welche Regeln Investitionen ermöglichen, ohne den Wettbewerb und den politischen Gestaltungsspielraum einzuschränken. Die Regulierung wird damit auch darüber mitentscheiden, wie Europas digitale Infrastruktur künftig organisiert wird.
🔗 https://www.golem.de/news/digital-networks-act-machtkampf-ums-festnetz-spitzt-sich-zu-2610-213997.html
3. Microsoft-Chef Nadella: KI darf sich nicht selbst kontrollieren
Microsoft-Chef Satya Nadella fordert eine externe Kontrolle künstlicher Intelligenz. Damit spricht er ein grundlegendes Problem der KI-Governance an: Unternehmen, die leistungsfähige KI-Systeme entwickeln und betreiben, können nicht gleichzeitig die alleinige Verantwortung für deren Überwachung übernehmen. Besonders relevant ist diese Forderung angesichts der Marktmacht großer Technologieunternehmen, die sowohl KI-Modelle als auch die notwendige Cloud-Infrastruktur kontrollieren. Eine wirksame Regulierung muss deshalb nicht nur einzelne KI-Anwendungen betrachten, sondern auch die Strukturen, in denen diese Technologien entwickelt und bereitgestellt werden.
🔗 https://www.golem.de/news/microsoft-chef-nadella-ki-darf-sich-nicht-selbst-kontrollieren-2610-213964.html
4. Bundesregierung lässt Mistral fallen: Rückschlag für europäische KI
Die Bundesregierung verfolgt den geplanten KI-Rahmenvertrag mit dem französischen Anbieter Mistral und SAP vorerst nicht weiter. Die ursprünglich angekündigte Zusammenarbeit sollte unter anderem KI-Anwendungen für die öffentliche Verwaltung ermöglichen. Konkrete Beschaffungsvorhaben des Bundes bei Mistral bestehen derzeit nicht. Die Unternehmen wollen ihre Kooperation dennoch fortsetzen. Der Rückzug ist bemerkenswert, weil die Partnerschaft ursprünglich als Beitrag zu einer stärkeren europäischen KI-Infrastruktur präsentiert wurde. Der Vorgang zeigt, wie groß der Unterschied zwischen politischen Ankündigungen und konkreten Beschaffungsentscheidungen sein kann.
🔗 https://www.golem.de/news/ki-bundesregierung-laesst-mistral-fallen-2610-213963.html
5. OpenDesk: Open-Source-Office bekommt agentische KI und Air-Gap-Modus
Das Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS) erweitert die Open-Source-Office-Suite openDesk um agentische KI-Funktionen und einen Air-Gap-Modus. Damit adressiert die Plattform zwei zentrale Anforderungen öffentlicher Verwaltungen: KI-gestützte Arbeitsprozesse und den Betrieb in besonders geschützten IT-Umgebungen. Der Air-Gap-Modus ermöglicht den Einsatz in abgeschotteten Infrastrukturen ohne direkte Verbindung zu externen Netzen. Die Entwicklung ist besonders relevant, weil Open-Source-Alternativen damit nicht nur klassische Büroanwendungen abdecken, sondern zunehmend auch anspruchsvollere technische Anforderungen erfüllen sollen. Für Behörden entsteht so eine weitere Möglichkeit, moderne digitale Arbeitsplätze auf Basis offener Technologien aufzubauen.
🔗 https://www.heise.de/news/Open-Source-Office-OpenDesk-Zendis-bringt-agentische-KI-und-Air-Gap-Modus-11483419.html
💚 In eigener Sache
.png?v=8165827bdb31)
Domains, DNS und Edge Cloud aus einer Hand
Ab sofort könnt ihr eure Domains auch direkt bei ayedo registrieren und verwalten. Damit erweitern wir unser Cloud-Portfolio um einen weiteren wichtigen Baustein.
Das Besondere: Domains, Anycast DNS und Loadbalancing auf unserer Edge Cloud lassen sich jetzt optimal miteinander kombinieren.
Unser Anycast DNS sorgt für eine schnelle und zuverlässige Namensauflösung über eine verteilte Infrastruktur. Unsere Loadbalancer auf der Edge Cloud übernehmen anschließend die intelligente Verteilung des eingehenden Traffics auf eure Anwendungen.
So entsteht eine durchgängige Lösung – von der Domainregistrierung bis zur hochverfügbaren Bereitstellung eurer Services.
Weniger Anbieter, weniger Schnittstellen und eine einfachere Verwaltung eurer Infrastruktur.
Alle verfügbaren Domainendungen und unsere transparente Preisliste findet ihr hier:
🔗 https://ayedo.de/domains/