Drei Mal NEIN für Microsofts „Recall“
Mit „Recall" integriert Microsoft in Windows 11 eine Funktion, die in kurzen Abständen …

Hetzner erhöht zum 1. April 2026 die Preise für sein gesamtes Portfolio. Im Cloud-Bereich steigen viele Tarife um 30 bis 35 Prozent.
Der CX11 in Deutschland: von 3,92 € auf 5,34 € pro Monat.
Der CAX11: ebenfalls von 3,92 € auf 5,34 €.
Der CCX63: von 342,71 € auf 445,64 €.
Load Balancer 11: von 6,41 € auf 8,91 €.
Volumes: von 0,0524 € auf 0,0681 € pro Stunde.
Snapshots: von 0,0131 € auf 0,0170 € pro Stunde.
Auch Dedicated Server ziehen an. Der AX42-U steigt von 56,29 € auf 68,19 € – plus 21 Prozent. Große Storage-Server wie der SX295 klettern von 472,79 € auf 550,14 €. Selbst die Serverbörse wird pauschal um drei Prozent teurer.
Die Branche verweist auf gestiegene Energiepreise, teurere Hardware, Engpässe bei CPUs und Speicher sowie massiv wachsende Nachfrage durch KI-Workloads. Das ist die ökonomische Realität 2026.
Und sofort steht die Frage im Raum: Wird europäische Souveränität jetzt unbezahlbar?
Nein. Sie wird sichtbar bepreist.
Hetzner war über Jahre einer der günstigsten Anbieter im Markt. 3,92 € für eine VM mit dedizierten Ressourcen, deutschem Rechenzentrum, redundanter Anbindung und 24/7-Betrieb waren kein Normalzustand. Es war ein aggressiv kalkulierter Preis in einem Markt, der durch US-Hyperscaler strukturell verzerrt ist.
Denn AWS, Microsoft und Google kalkulieren Cloud nicht isoliert.
Amazon subventioniert über Handelsmargen.
Microsoft über Enterprise-Verträge, Windows, M365.
Google über Werbeerlöse.
Cloud ist dort strategisches Lock-in-Instrument. Preise sind Teil einer Plattformlogik, nicht Ausdruck reiner Infrastrukturkosten.
Hinzu kommt die juristische Dimension. US-Anbieter unterliegen dem CLOUD Act. Extraterritoriale Zugriffsmöglichkeiten sind keine Verschwörungstheorie, sondern Gesetzeslage. Wer europäische Daten bei US-Konzernen betreibt, operiert in einem Spannungsfeld aus DSGVO, transatlantischen Abkommen und politischer Unsicherheit.
Das verschwindet in keiner TCO-Tabelle. Es ist dennoch real.
Rechnen wir nüchtern:
5,34 € im Monat entsprechen 64,08 € im Jahr. Für eine produktionsfähige VM in einem professionell betriebenen Rechenzentrum.
Wer versucht, diese Infrastruktur selbst aufzubauen, braucht:
– Hardwareanschaffung
– Redundante Stromversorgung
– Kühlung
– Netzwerkanbindung
– DDoS-Schutz
– Monitoring
– Ersatzteile
– Personal
– physische Sicherheit
– Brandschutz
– 24/7-Bereitschaft
Selbst ohne Personalkosten liegt man bei mehreren tausend Euro Initialinvestition plus laufenden Kosten für Strom, Housing und Wartung. Wirtschaftlich skaliert das nur bei sehr großen Volumina. Für Startups, Mittelstand, SaaS-Anbieter ist das keine Alternative. Es war keine Alternative bei 3,92 €. Und es ist keine bei 5,34 €.
Hetzner bleibt trotz Erhöhung preislich unter vielen europäischen Wettbewerbern – und deutlich unter vergleichbaren Setups bei Hyperscalern, sobald Datenverkehr, Zusatzservices und Support realistisch eingepreist werden.
Die eigentliche Debatte ist daher keine Preisdebatte. Sie ist eine Erwartungsdebatte.
Wir haben uns daran gewöhnt, dass europäische Anbieter dauerhaft günstiger sein müssen als US-Plattformen, die ihre Cloud querfinanzieren und Marktmacht strategisch einsetzen. Das ist eine strukturelle Schieflage. Keine naturgegebene Effizienzüberlegenheit.
Souveränität bedeutet: Infrastruktur wird durch Infrastruktur finanziert. Ohne Werbemodelle. Ohne Betriebssystem-Monopole. Ohne globale Datenökosysteme, die jeden Dienst in Abhängigkeit ziehen.
Das ist ökonomisch härter. Aber ehrlicher.
Und es gibt Nebenwirkungen, die sich nicht in Euro pro Monat messen lassen:
DSGVO ohne juristische Verrenkungen.
Keine implizite Unterwerfung unter US-Zugriffsrechte.
Geringere politische Erpressbarkeit.
Weniger Abhängigkeit von einzelnen globalen Plattformen.
Wenn beim nächsten großflächigen AWS- oder Azure-Ausfall der Feed brennt, erinnert man sich wieder daran, was Konzentration bedeutet.
Wer bei einer Preisanpassung von 30 Prozent sofort zurück in die Arme der Hyperscaler springt, hat Souveränität nie als strategisches Ziel verstanden. Dann war sie nur ein Bonus, solange sie billiger war.
Die ehrliche Frage lautet nicht, ob Souveränität unbezahlbar wird.
Sondern ob wir bereit sind, ihren realen Preis zu tragen – statt weiter von quersubventionierten Lock-in-Strukturen zu profitieren und sie gleichzeitig politisch zu beklagen.
Digitale Unabhängigkeit kostet.
Abhängigkeit kostet später mehr.
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