
🧠 Editorial
Guten Morgen aus Berlin! ☕ Letzte Woche habe ich euch noch von unserem Teambuilding auf Mallorca geschrieben. Diese Woche melde ich mich aus der Hauptstadt.
Während ich diese Zeilen schreibe, blicke ich von einer Dachterrasse auf den Potsdamer Platz. Und denke darüber nach, wie wenig selbstverständlich es eigentlich ist, von nahezu überall arbeiten zu können.
Dass ich diese Freiheit habe, verdanke ich vor allem zwei Dingen: einem Chef, der Workations nicht nur erlaubt, sondern Vertrauen in eigenverantwortliches Arbeiten hat. Und einem Team, auf das ich mich jederzeit verlassen kann.
Das ist für mich ein echtes Privileg. Und eines, das ich sehr zu schätzen weiß.
Deshalb schaue ich heute nicht nur mit Stolz, sondern vor allem mit Dankbarkeit auf Berlin.
In der Tech-Welt geht es diese Woche dagegen wieder deutlich weniger harmonisch zu. Deutsche Nachrichtendienste planen offenbar den Einsatz von Google-Technologie, die BSI-Präsidentin fordert mehr Verantwortung von KI-Herstellern und Microsoft investiert ausgerechnet in die GitHub-Alternative seines ehemaligen GitHub-Chefs.
Dazu kommen 236 Millionen Euro für eine eingestellte Bildungsplattform und eine erfreuliche Nachricht aus Brüssel: Die EU plant eine zusätzliche Datenverbindung durch die Arktis.
Es gibt also wieder einiges zu lesen, zu hinterfragen und gelegentlich auch zu begrüßen.
Viel Freude mit dem neuen Weekly Backlog! 💚
📰 Tech-News
BND und Verfassungsschutz wollen angeblich zu Google.
Der Bundesnachrichtendienst (BND), das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und der Militärische Abschirmdienst (MAD) wollen offenbar künftig geheime Informationen über eine Cloudlösung von Google austauschen. Das berichtet die Tagesschau unter Berufung auf mit dem Vorhaben vertraute Kreise.
Ausgerechnet die deutschen Nachrichtendienste sollen damit auf Technologie eines US-Konzerns setzen.
Geplant ist der Einsatz der Google Distributed Cloud in einer sogenannten Air-Gapped-Umgebung. Das System wäre weder mit dem Internet noch mit der regulären Google-Cloud verbunden. Auch die Bundeswehr setzt über ihr IT-Systemhaus BWI auf entsprechende Lösungen. Die BWI soll laut Bericht beim Betrieb der Nachrichtendienste-Cloud unterstützen.
Technisch ist dieser Ansatz nachvollziehbar. Nachrichtendienste müssen große Mengen sensibler Daten verarbeiten, auswerten und sicher austauschen. Dafür benötigen sie leistungsfähige, skalierbare Systeme.
Aber eine vom Internet getrennte Cloud ist nicht automatisch eine unabhängige Cloud.
Denn Google bleibt für die Weiterentwicklung der Software verantwortlich. Auch ein isoliertes System benötigt Sicherheitsupdates, Fehlerbehebungen und langfristige Wartung.
Wie heise berichtet, könnte eine solche Infrastruktur ohne Unterstützung von Google nach Einschätzung von Brancheninsidern nur einige Monate, bestenfalls etwa ein Jahr, weiterbetrieben werden. Danach müsste ein Wechsel möglich sein oder die Zusammenarbeit wieder funktionieren.
Das ist eine erhebliche Abhängigkeit für eine Infrastruktur, die der Verarbeitung geheimster staatlicher Informationen dienen soll.
Besonders problematisch ist die politische und wirtschaftliche Signalwirkung.
Sollte der Auftrag tatsächlich an Google gehen, würde die Bundesregierung ausgerechnet bei einer hochsensiblen staatlichen Infrastruktur auf einen US-Anbieter setzen. Europäische Cloudunternehmen, die auf öffentliche Großaufträge als Grundlage für weitere Investitionen hoffen, gingen leer aus.
Wer europäische Alternativen stärken will, muss ihnen auch die Möglichkeit geben, ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen.
Dabei geht es offenbar um mindestens 500 Millionen Euro. Das BSI prüft laut Bericht noch Komponenten des Vorhabens. Eine endgültige Zulassung und die Freigabe der Haushaltsmittel stehen demnach noch aus.
Bemerkenswert ist außerdem: Das BSI hat bereits Kriterien vorgeschlagen, mit denen sich technologische Abhängigkeiten bewerten lassen. Verbindlich sind diese bei der Auftragsvergabe bislang allerdings nicht.
Wir diskutieren also darüber, wie sich Abhängigkeiten systematisch erfassen lassen, während bei einem der sensibelsten Cloudprojekte des Bundes offenbar erneut ein US-Hyperscaler zum Zuge kommen könnte.
Natürlich muss eine Nachrichtendienste-Cloud höchste technische Sicherheitsanforderungen erfüllen. Die Herkunft eines Anbieters allein entscheidet nicht über die Sicherheit eines Systems.
Aber Sicherheit umfasst auch die Fähigkeit, eine Infrastruktur langfristig ohne die Zustimmung oder Unterstützung eines einzelnen Herstellers betreiben zu können.
Genau diese Frage muss die Bundesregierung beantworten, bevor sie eine solche Entscheidung trifft.
Denn wer die Software einer nachrichtendienstlichen Infrastruktur nicht eigenständig weiterentwickeln und absichern kann, hat einen wesentlichen Teil der Kontrolle bereits abgegeben.
🔗 https://www.heise.de/news/Nachrichtendienste-BND-und-BfV-wollen-angeblich-auf-Google-setzen-11500403.html
BSI-Präsidentin Claudia Plattner nimmt KI-Konzerne ins Visier: Wer unsichere Systeme entwickelt, muss haften.
Die großen KI-Anbieter investieren Milliarden in immer leistungsfähigere Modelle. Bei der Sicherheit ihrer Systeme sieht BSI-Präsidentin Claudia Plattner dagegen erhebliche Defizite.
Im Gespräch mit dem Spiegel kritisiert sie, dass die Hersteller den Sicherheitsrisiken ihrer Technologien bislang viel zu wenig Aufmerksamkeit widmen. Ihr fehlten das notwendige Engagement und die Ernsthaftigkeit, um Probleme wirksam zu verhindern.
Ihre Kritik richtet sich ausdrücklich gegen die großen KI-Anbieter in den USA und China.
Besonders problematisch ist die zunehmende Verbreitung autonom handelnder KI-Agenten. Anders als klassische Chatbots können solche Systeme eigenständig Aktionen ausführen und mit anderen Anwendungen interagieren.
Damit entstehen Sicherheitsrisiken, die sich nicht allein durch bessere Antworten oder zusätzliche Warnhinweise beheben lassen.
Plattner fordert deshalb, dass Hersteller unkontrollierte Angriffe durch ihre Systeme wirksamer verhindern. Andernfalls müssten sie möglicherweise auch für die Folgen einstehen.
„Es ist ihr Produkt, sie müssen sicherstellen, dass so etwas künftig verhindert wird. Sonst könnten sich auch Haftungsfragen stellen.“
Damit spricht die BSI-Präsidentin einen entscheidenden Punkt an: Die Verantwortung für IT-Sicherheit darf nicht vollständig bei den Unternehmen und Organisationen landen, die KI-Systeme einsetzen.
Wer Technologien entwickelt und vermarktet, die eigenständig handeln können, muss auch deren Sicherheitsrisiken beherrschen.
Selbstverpflichtungen und Ankündigungen, künftig besser aufzupassen, reichen dafür nicht aus.
Plattner fordert deshalb eine Regulierung, die sich stärker an den technischen Eigenschaften autonomer KI orientiert. Entscheidend seien Fragen nach der Identität eines Systems, seinem Eigentümer, seinem Auftraggeber und seinen tatsächlichen Berechtigungen.
Außerdem brauche es eine Instanz, die überprüft, ob entsprechende Regeln eingehalten werden.
Das ist ein notwendiger Perspektivwechsel.
Bislang wird die KI-Debatte stark von Leistungsfähigkeit, Geschwindigkeit und wirtschaftlichen Chancen bestimmt. Sicherheit wird dagegen häufig erst dann zum Thema, wenn bereits ein Vorfall eingetreten ist.
Gerade bei autonomen Agenten ist das keine tragfähige Strategie. Je mehr Entscheidungen und Aktionen wir an solche Systeme delegieren, desto wichtiger werden überprüfbare Berechtigungen, technische Kontrollmechanismen und klare Verantwortlichkeiten.
Und desto weniger darf die Sicherheit dieser Systeme allein von den freiwilligen Zusagen ihrer Hersteller abhängen.
Wer KI-Agenten auf den Markt bringt, muss Verantwortung für deren Sicherheit übernehmen. Nicht erst nach dem nächsten Vorfall.
🔗 https://www.golem.de/news/it-sicherheit-bsi-praesidentin-droht-ki-anbietern-in-den-usa-und-in-china-mit-haftung-2610-214412.html
Meta will die Inhalte, Google den Traffic und Amazon die Werbegelder.
Meta will seine Geschäftsbedingungen ändern. Künftig soll der Konzern Websites, die mit seinen Unternehmensdiensten verbunden sind, automatisiert erfassen, kopieren, speichern und auswerten dürfen.
Wer auf Facebook und Instagram sichtbar bleiben will, soll Meta damit weitreichende Nutzungsrechte an seinen Inhalten einräumen. Ohne zusätzliche Vergütung.
Die Medienverbände BDZV und MVFP fordern die Europäische Kommission deshalb zum Eingreifen auf. Die Änderungen sollen nach dem 30. Oktober greifen.
Erst nach Protesten wurde der Begriff „KI-Training“ aus der Klausel gestrichen. Die Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Verwertung fremder Inhalte bleiben jedoch weitreichend.
Meta ist allerdings nur ein Teil des Problems.
Google entscheidet über seine Suchalgorithmen, welche Inhalte sichtbar werden. Änderungen können ganze Geschäftsmodelle gefährden, wie die Gutscheinportale großer Verlagshäuser bereits erfahren mussten.
Mit KI-generierten Suchantworten verschärft sich die Situation. Nutzer erhalten Informationen direkt bei Google, ohne die ursprünglichen Websites besuchen zu müssen. Den Verlagen entgehen damit potenzielle Besucher und Werbeeinnahmen.
Amazon wiederum baut seine Position im deutschen Werbemarkt aus. Laut F.A.Z. könnten Meta, Google und Amazon in diesem Jahr gemeinsam mehr als die Hälfte der deutschen Werbeausgaben auf sich vereinen.
Die Verlage finanzieren die Inhalte. Die Plattformen kontrollieren zunehmend deren Verbreitung und wirtschaftliche Verwertung.
Diese Machtkonzentration betrifft auch europäische KI-Unternehmen. Sie benötigen hochwertige Daten, um konkurrenzfähige Produkte zu entwickeln. Wenn wenige Plattformen den Zugang zu Inhalten und deren Nutzung dominieren, verschlechtern sich die Wettbewerbsbedingungen.
Gleichzeitig feiern wir milliardenschwere Investitionen amerikanischer Technologiekonzerne in europäische Rechenzentren. Dabei wird häufig übersehen, dass dieselben Unternehmen ihre Marktmacht in anderen Bereichen weiter ausbauen.
Investitionen schaffen keine fairen Wettbewerbsbedingungen, solange wenige Konzerne die Regeln bestimmen.
Die EU verfügt über Instrumente, um gegen den Missbrauch von Marktmacht vorzugehen. Sie muss diese allerdings einsetzen, bevor wirtschaftliche Schäden entstehen, die sich nachträglich kaum noch korrigieren lassen.
Dass Meta die Reichweite seiner Plattformen offenbar an weitreichende Nutzungsrechte koppeln will, zeigt, wie dringend das ist.
Wer den Zugang zum Publikum kontrolliert, darf diese Position nicht dazu nutzen, sich die wirtschaftliche Leistung anderer kostenlos anzueignen.
🔗 https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/meta-google-und-amazon-warum-europa-jetzt-handeln-muss-201608260.html?share=iosfaznativeshare
GitHubs Ex-CEO gründet GitHub-Konkurrenz. Und Microsoft finanziert mit.
Manche Meldungen muss man zweimal lesen.
Thomas Dohmke, ehemaliger CEO von GitHub, hat mit Entire eine neue Git-kompatible Entwicklungsplattform gegründet. Sie soll GitHub Konkurrenz machen und speziell auf die Zusammenarbeit mit KI-Agenten ausgelegt sein.
Aha.
GitHub gehört Microsoft. Microsoft wiederum hat sich über seinen Wagniskapitalfonds M12 an der ersten Finanzierungsrunde von Entire beteiligt.
Achso.
Der ehemalige GitHub-Chef gründet also eine GitHub-Alternative, an der dann auch ausgerechnet Microsoft beteiligt ist.
Und GitHub selbst? Hat seit Dohmkes Rückzug noch immer keinen neuen CEO.
Eine interessante Konstellation.
Aber technisch wird es noch spannender.
Entire will klassische Pull-Requests durch sogenannte „Trails“ ersetzen. Statt jede Codeänderung einzeln nachvollziehen zu müssen, sollen Entwickler anhand von Zusammenfassungen, Prompts und Sitzungsprotokollen beurteilen können, was KI-Agenten produziert haben.
Das ist durchaus sinnvoll, um automatisierte Entwicklungsprozesse transparenter zu machen.
Nur ist eine Zusammenfassung kein Code-Review. Und ein dokumentierter Prompt kein Nachweis für funktionierenden oder sicheren Code.
Wenn KI-Agenten immer größere Mengen Code produzieren, wird dessen unabhängige Prüfung wichtiger, nicht überflüssig.
„Looks good to me“ sollte jedenfalls nicht zum neuen Qualitätsstandard werden.
Aber immerhin: Ein Server steht in Frankfurt.
🔗 https://www.heise.de/news/Entire-Ehemaliger-GitHub-CEO-startet-GitHub-Alternative-11496622.html
🎤 Event-Recap

Fachlicher Austausch statt Marketing-Bullshit-Bingo
Die erste Ausgabe der Sovereign Cloud Days an der htw saar in Saarbrücken hat überzeugt. Spannende Vorträge, fundierte technische Diskussionen und vor allem eines: kein Marketing-Bullshit-Bingo.
Statt Produktpräsentationen gab es konkrete Einblicke in offene Cloud-Infrastrukturen, Architekturentscheidungen und die Herausforderungen, die bei deren Umsetzung tatsächlich entstehen.
Auch ayedo war mit einem eigenen Vortrag vertreten. Unser Geschäftsführer zeigte, wie sich mit offenen IaaS-APIs und Kubernetes unterschiedliche Infrastrukturprovider anbinden lassen, ohne die darüberliegende Betriebs- und Anwendungsschicht jedes Mal neu aufbauen zu müssen.
Besonders interessant wurde es in der anschließenden Diskussion. Eine Frage von Matthias Tinnemeier stellte eine bisherige Architekturannahme infrage: Braucht es für jeden Kunden tatsächlich eine eigene OpenStack Domain oder reichen voneinander isolierte Projekte?
Für unseren Anwendungsfall sind isolierte Projekte ausreichend. Eine Erkenntnis, die direkt aus dem fachlichen Austausch entstanden ist.
Genau solche Diskussionen machen den Wert einer guten Tech-Konferenz aus. Nicht jede Architekturentscheidung muss bestätigt werden. Manchmal ist der beste Beitrag derjenige, der eine bestehende Annahme widerlegt.
Dass dieser Austausch ausgerechnet im Saarland stattfindet, freut uns besonders. Die behandelten Themen sind schließlich weit über die Region hinaus relevant.
Unser Fazit: Eine absolut gelungene Premiere. Hervorragende Talks, eine engagierte Community und Diskussionen mit echtem technischem Mehrwert.
Wir hoffen sehr, dass sich die Sovereign Cloud Days dauerhaft etablieren. Bei der nächsten Ausgabe sind wir auf jeden Fall wieder dabei!

📰 Short News
Microsoft bietet 60.000 Beschäftigten den freiwilligen Ausstieg an
Das Angebot gilt für ausgewählte Mitarbeiter in den USA, Kanada, Großbritannien und Indien und betrifft rechnerisch mehr als ein Viertel der weltweiten Belegschaft. Microsoft rechnet allerdings damit, dass nur ein kleiner Teil die Abfindung annimmt. Bereits im Juli hatte der Konzern 4.800 Stellen gestrichen. Während Microsoft massiv in KI investiert, wird gleichzeitig die eigene Belegschaft umgebaut.
🔗 https://www.handelsblatt.com/unternehmen/dienstleister/software-microsoft-bietet-rund-60.000-mitarbeitern-abfindungen-an/100265086.html
236 Millionen Euro später: Bund beerdigt nationale Bildungsplattform
Nach fünf Jahren stellt die Bundesregierung das Projekt „Mein Bildungsraum“ ein. Übrig bleibt eine App für digitale Bildungsnachweise, zunächst für Abiturzeugnisse. Laut Kritik von netzpolitik.org fehlten von Anfang an ein klares Konzept, verbindliche Zuständigkeiten und die Einbindung der Bundesländer. Währenddessen kämpfen etablierte Open-Source-Lernplattformen wie Moodle, ILIAS und Stud.IP weiterhin um ausreichende Finanzierung.
🔗 https://www.golem.de/news/mein-bildungsraum-bund-beendet-bildungsplattform-nach-236-millionen-euro-2610-214533.html
Palantir verspricht der NATO: Unsere Militär-KI hat keinen Kill-Switch
Palantir versichert, dass weder das Unternehmen noch die US-Regierung das militärische KI-System Maven aus der Ferne abschalten können. Die NATO nutzt die Plattform bereits, Deutschland und Frankreich verzichten bislang wegen möglicher Abhängigkeiten auf eine nationale Einführung. Doch ein fehlender Kill-Switch beantwortet nicht die Frage, wer langfristig Software, Updates und Weiterentwicklung kontrolliert. Technologische Abhängigkeit beginnt nicht erst beim Abschaltknopf.
🔗 https://www.golem.de/news/palantir-nato-ki-hat-keinen-kill-switch-2610-214473.html
💚 In eigener Sache

Die ayedo Edge Cloud bringt Services näher an die Nutzer und startet bereits ab 49,95 € im Monat.
Dafür verteilen wir zentrale Netzwerk- und Security-Funktionen über unsere Edge-PoPs:
- Anycast L4/L7 Loadbalancing
- hochverfügbares Anycast DNS
- Bring Your Own IP (BYOIP)
- Web Application Firewall für HTTP-basierte Services
- DDoS Protection bis 400G inkl. Scrubbing und Under Attack Mode
- native Kubernetes-Integration – auch für Cluster außerhalb der ayedo Compute Cloud
So können Netzwerk- und Security-Funktionen zentral verwaltet und gleichzeitig über verschiedene Standorte bereitgestellt werden. Bestehende Infrastrukturen lassen sich dabei weiterhin nutzen und über BYOIP oder die native Kubernetes-Integration anbinden.
Traffic-Verteilung, DNS und Security gebündelt in einer souveränen Cloud-Lösung.
Mehr zur ayedo Edge Cloud: 🔗 https://ayedo.de/ayedo-cloud/edge-cloud/
🌱 Good News
Die EU plant eine eigene Datenroute durch die Arktis.
Die Europäische Union will ihre digitale Infrastruktur widerstandsfähiger machen. Und diesmal geht es nicht um eine weitere Strategie für Cloud-Souveränität, sondern um den Ausbau einer ganz konkreten Grundlage des Internets: Unterseekabel.
Im Rahmen ihrer neuen Arktisstrategie plant die EU eine direkte Glasfaserverbindung zwischen Grönland und dem europäischen Festland. Langfristig soll das Netz über Kanada bis nach Japan und Südkorea erweitert werden.
Das ist strategisch sinnvoll.
Bislang verlaufen laut heise rund 90 Prozent des Datenverkehrs zwischen Europa und Asien durch das Rote Meer und angrenzende Meerengen. Politische Konflikte, Sabotage und beschädigte Unterseekabel können dort erhebliche Auswirkungen auf die internationale Kommunikation haben.
Eine zusätzliche Route durch die Arktis würde diese Abhängigkeit von wenigen geografischen Verbindungen reduzieren.
Die EU will außerdem einen sogenannten Arctic Cable Hub aufbauen. Dieser soll die Überwachung, den Schutz und die Reparatur von Unterseekabeln im Nordatlantik und in der Arktis koordinieren. Auch Sensorik zur frühzeitigen Erkennung von Schäden und satellitengestützte Überwachung sind vorgesehen.
Für die bessere Anbindung Grönlands hat die EU bereits 107 Millionen Euro über das Programm Connecting Europe investiert. Weitere Mittel sind im Rahmen von Global Gateway vorgesehen.
Das Entscheidende daran: Europa investiert in zusätzliche Infrastruktur, statt sich ausschließlich auf bestehende Verbindungen zu verlassen.
Digitale Souveränität beginnt nicht erst bei Cloud-Diensten, Betriebssystemen oder Software. Sie betrifft auch die physischen Netze, über die unsere Daten überhaupt transportiert werden.
Dabei geht es nicht darum, jede internationale Abhängigkeit zu beseitigen. Entscheidend sind Alternativen, Redundanz und die Fähigkeit, den Ausfall einzelner Verbindungen zu verkraften.
Noch ist das arktische Kabel ein Vorhaben, keine fertige Infrastruktur. Finanzierung, Streckenführung und Umsetzung müssen weiter konkretisiert werden.
Aber die Richtung stimmt: Europa will seine digitale Infrastruktur gezielt ausbauen und widerstandsfähiger machen.
Genau solche Investitionen braucht es, wenn aus dem politischen Anspruch auf digitale Souveränität tatsächliche Handlungsfähigkeit werden soll.
🔗 https://www.heise.de/news/EU-plant-arktisches-Datenkabel-11496212.html
😄 Meme der Woche
