Weekly Backlog KW 43/2026

AWS und digitale Souveränität, Starlink, Datenschutz, KI und ein Gastbeitrag zu den Sovereign Cloud Days 2026.

Weekly Backlog KW 43/2026

🧠Editorial

¡Hola desde Mallorca! ☀️

Diese Ausgabe des Weekly Backlog entsteht ausnahmsweise nicht am heimischen Schreibtisch, sondern auf Mallorca. Ich bin gerade mit unserem ayedo Brand-Team auf Workation. Zwischen gemeinsamen Workshops und strategischer Planung bleibt natürlich auch Zeit für die aktuellen Entwicklungen in der Tech-Welt.

Und die haben es diese Woche wieder in sich: AWS versucht, seine Souveränität mit einem Netzwerktest zu beweisen, Trump und Musk streiten über die Starlink-Einschränkungen in der Ukraine und Baden-Württemberg plant massive Kürzungen bei der Datenschutzaufsicht.

Besonders freue ich mich diesmal über einen Gastbeitrag: Unter dem Titel „Was eine BWLerin in der OpenStack Community verloren hat“ beschreibt unsere Gastautorin, wie sie als Marketingexpertin in der Cloud-Infrastruktur-Welt gelandet ist und warum persönliche Begegnungen und technischer Austausch für echte digitale Souveränität unverzichtbar sind.

Passend dazu starten morgen die Sovereign Cloud Days 2026 in Saarbrücken.

Dazu gibt es wie gewohnt weitere Tech-News, Shortnews und einen Security-Alert zur kritischen Linux-Lücke PwnEscape.

¡Que disfrutéis de la lectura! 💚

📰 Tech-News:

Starlink für die Ukraine gedrosselt: Trump leugnet, Musk schiebt die Verantwortung ab

Die Ukraine ist im Krieg auf Starlink angewiesen. Doch ausgerechnet diese Kommunikationsinfrastruktur wurde nach ukrainischen Angaben ohne Vorwarnung eingeschränkt. Mit direkten Folgen für militärische Drohneneinsätze.

Während die Ukraine die Konsequenzen trägt, widersprechen sich Donald Trump und Elon Musk öffentlich bei der Frage nach der Verantwortung.

In der Nacht zu Mittwoch wurde nach ukrainischen Angaben eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Starlink-Terminals eingeführt. Bewegten sich Flugobjekte schneller als 160 Kilometer pro Stunde, verloren sie ihre Verbindung. Die Beschränkung bestand etwas mehr als einen Tag.

Dadurch sollen ukrainische Drohneneinsätze gescheitert sein – sowohl bei Angriffen als auch bei der Abwehr russischer Drohnen.

Trump bestreitet, die Drosselung veranlasst zu haben. Er habe erst durch Medienberichte davon erfahren und stellte sogar infrage, ob Starlink überhaupt eingeschränkt worden sei.

Musk wiederum erklärte, Beschränkungen des militärischen Starshield-Systems würden vom US-Militär und letztlich vom Präsidenten festgelegt.

Ein Bericht des britischen Telegraph widerspricht beiden Darstellungen.

Unter Berufung auf vier mit den Gesprächen vertraute Quellen berichtet die Zeitung, Musk habe Trump selbst vorgeschlagen, Starlink für die Ukraine zu drosseln. Trump habe zugestimmt und damit den Weg für die technische Umsetzung durch das Pentagon freigemacht.

Sollte diese Darstellung zutreffen, wären die öffentlichen Erklärungen beider Männer erheblich irreführend.

Wer tatsächlich verantwortlich ist, bleibt ungeklärt.

Das grundlegende Problem ist allerdings größer als die Frage, wer die Entscheidung getroffen hat.

Eine militärisch entscheidende Kommunikationsinfrastruktur kann offenbar so eingeschränkt werden, dass Drohneneinsätze scheitern. Die betroffenen Streitkräfte werden nach eigenen Angaben nicht einmal vorab informiert.

Der Fall zeigt, welche Konsequenzen die Abhängigkeit von einem privat betriebenen Satellitensystem haben kann, wenn über dessen militärische Nutzung außerhalb der Ukraine entschieden wird.

Dass Trump und Musk sich gegenseitig die Verantwortung zuschieben, während die Ukraine die militärischen Folgen trägt, macht diese Abhängigkeit besonders deutlich.

🔗https://www.n-tv.de/politik/Musk-und-Trump-schieben-sich-bei-Starlink-Drosselung-fuer-Kiew-die-Schuld-zu-id31428611.html

Baden-Württemberg will 40 Prozent der Stellen beim Datenschutz streichen

Die grün-schwarze Landesregierung unter Ministerpräsident Cem Özdemir plant, 40 Prozent der Stellen beim Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit abzubauen. Gleichzeitig sind die Beschwerdezahlen nach Angaben der Behörde um 90 Prozent gestiegen.

Weniger Personal bei deutlich mehr Beschwerden. Genau darin liegt der zentrale Konflikt dieser Entscheidung.

Die Kürzungen wurden bereits im Koalitionsvertrag vom Mai 2026 vereinbart. Von derzeit 67,5 Planstellen sollen bis zum Ende der Legislaturperiode nur noch 40,5 übrig bleiben.

Die Landesregierung begründet den Abbau mit einer geplanten Bündelung von Kompetenzen in der Datenschutzaufsicht auf Bundesebene.

Allerdings gibt es dafür bislang offenbar keine konkrete rechtliche Grundlage.

Landesdatenschutzbeauftragter Tobias Keber sieht deshalb nicht nur die Arbeitsfähigkeit seiner Behörde gefährdet, sondern hält die Pläne auch für europarechtswidrig.

Nach seinen Angaben ist derzeit nicht erkennbar, dass der Bundesdatenschutzbeauftragte tatsächlich Aufgaben der Landesbehörden übernehmen wird. Nicht einmal ein entsprechender Regelungsentwurf liege vor.

Keber verweist außerdem auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs. Demnach seien grundlegende Änderungen der Datenschutzaufsicht nur außerhalb laufender Amtszeiten möglich.

Besonders deutlich wird seine Kritik angesichts der gestiegenen Arbeitsbelastung. Bei 90 Prozent mehr Beschwerden bedeute der geplante Stellenabbau, „die Kettensäge am Beschwerderecht der DSGVO anzusetzen“.

Damit geht es um mehr als die personelle Ausstattung einer Behörde.

Die Datenschutzaufsicht soll unabhängig und weisungsfrei arbeiten. Ihre Fähigkeit, Beschwerden zu bearbeiten und Datenschutzrechte durchzusetzen, hängt auch von ausreichenden personellen Ressourcen ab.

Die Landesregierung plant einen erheblichen Stellenabbau mit Verweis auf eine künftige Aufgabenverlagerung, für die laut Keber bislang nicht einmal ein Gesetzentwurf existiert.

Ob und in welchem Umfang der Bund die wegfallenden Kapazitäten tatsächlich ersetzen wird, bleibt damit offen.

Fest steht: Die geplanten Kürzungen sind konkret. Die angekündigte Neuverteilung der Zuständigkeiten ist es bislang nicht.

🔗 https://www.golem.de/news/baden-wuerttemberg-kritik-an-kahlschlag-in-der-datenschutzbehoerde-2610-214097.html

Digitalminister Wildberger will KI-Umsätze besteuern

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) will Umsätze mit künstlicher Intelligenz in Deutschland besteuern. Mit den Einnahmen soll der Umbau des Arbeitsmarkts finanziert werden. Wie die Besteuerung konkret funktionieren soll, bleibt allerdings offen.

Im Interview mit dem Tagesspiegel erklärte Wildberger: „Wenn hierzulande Wachstum und Wertschöpfung entstehen, müssen hierzulande auch Steuern gezahlt werden.“

Der Minister rechnet damit, dass KI die Arbeitswelt grundlegend verändern wird. Die Finanzierung dieses Wandels ist bislang jedoch ungeklärt.

Langfristig erwartet Wildberger zwar mehr Beschäftigung, allerdings in anderen Berufen als heute. Umschulungen und der Wechsel in neue Tätigkeitsfelder, beispielsweise im Handwerk oder in der Pflege, erfordern zusätzliche finanzielle Mittel.

Mit seinem Vorschlag greift Wildberger eine Diskussion auf, die Microsoft-Mitgründer Bill Gates bereits im August angestoßen hatte.

Gates hatte vorgeschlagen, KI-Tokens und Roboter zu besteuern. Seine Begründung: Während Arbeitgeber für Beschäftigte Lohnabgaben entrichten, können sie Roboter in der Regel unmittelbar als Betriebsausgabe absetzen. Das bestehende Steuersystem begünstige damit Investitionen in Maschinen gegenüber menschlicher Arbeit.

Die zusätzlichen Steuereinnahmen sollen nach Gates' Vorstellung Umschulungen und ein stärkeres soziales Sicherungssystem finanzieren.

Während Gates konkrete Besteuerungsgegenstände benennt, bleibt Wildbergers Vorschlag bislang allgemein.

Weder zur Höhe einer möglichen Steuer noch zu ihrer konkreten Ausgestaltung oder einem Zeitplan machte der Digitalminister Angaben.

Auch auf die Frage nach einer Digitalsteuer und möglichen Strafzöllen durch US-Präsident Donald Trump antwortete er nicht direkt. Stattdessen betonte er, dass Deutschland selbst mehr Wachstum und Wertschöpfung im KI-Bereich erzielen müsse.

Bereits im Frühjahr hatte Wildberger außerdem ein bedingungsloses Grundeinkommen ins Gespräch gebracht. Den Begriff möchte er inzwischen nicht mehr verwenden, das dahinterstehende Konzept aber erneut prüfen.

Damit stehen mehrere Überlegungen zur Finanzierung und sozialen Absicherung des technologischen Wandels im Raum. Konkrete Maßnahmen nennt der Minister bislang nicht.

Wildberger beschreibt die Veränderungen des Arbeitsmarkts durch KI als grundlegend und sieht zusätzlichen Finanzierungsbedarf.

Wie hoch dieser ausfallen könnte, welche KI-Umsätze besteuert werden sollen und wann eine entsprechende Regelung kommen könnte, lässt er offen.

Zwischen der Ankündigung einer KI-Steuer und einem umsetzbaren steuerpolitischen Konzept liegt damit noch erheblicher Klärungsbedarf.

🔗https://www.golem.de/news/politik-wildberger-will-ki-umsaetze-in-deutschland-besteuern-2610-214033.html

Merz setzt auf Nvidia: Deutsche Industriedaten sollen für KI genutzt werden

Bundeskanzler Friedrich Merz will Deutschland als Investitionsstandort stärken. Beim Gipfel „Invest in Germany“ in Berlin traf er auf Nvidia-Chef Jensen Huang, um über Investitionen und den Einsatz künstlicher Intelligenz in der deutschen Industrie zu sprechen.

Im Mittelpunkt steht die bessere Nutzung deutscher Industriedaten.

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt hat dazu eine gemeinsame Absichtserklärung mit Nvidia unterzeichnet. Insbesondere die KI-Modelle Nemotron und Cosmos sollen dabei eine Rolle spielen.

Merz forderte die anwesenden Unternehmen auf, ihre Daten für KI-Anwendungen zugänglich zu machen.

Huang betonte die Bedeutung sogenannter physischer KI. Deutschland verfüge über industrielle Fähigkeiten, die in diesem Bereich besonders wertvoll seien. Die Daten Deutschlands bezeichnete er als Teil der Ressourcen des Landes und sprach sich dafür aus, sie in lokalen Modellen zu nutzen.

Auffällig ist, dass bestehende Initiativen zur Nutzung industrieller Daten beim Gipfel kaum thematisiert wurden.

Wie heise berichtet, spielten Gaia-X, Catena-X und Industrie 4.0 in den Gesprächen praktisch keine Rolle. Dabei waren mit diesen Initiativen bereits große Erwartungen an den Austausch und die Nutzung von Unternehmensdaten verbunden.

Stattdessen stand die Gewinnung neuer Investoren im Vordergrund.

Auch die Regulierung von KI wurde angesprochen. Huang vertrat die Position, dass nicht die Technologie selbst, sondern ihre Anwendungen reguliert werden sollten. Unternehmen müssten dabei die bestverfügbaren Sicherheitsstandards einhalten.

Merz sprach sich für eine mindestens europäische, möglichst globale Regulierung aus.

Die Bundesregierung verbindet mit Nvidia die Hoffnung auf zusätzliche Investitionen und mehr Wirtschaftswachstum.

Huang wiederum betonte sein Vertrauen in Deutschland als Investitionsstandort und verwies auf das bereits bestehende Engagement seines Unternehmens.

Die gemeinsame Absichtserklärung zeigt, dass beide Seiten die Nutzung industrieller Daten für KI vorantreiben wollen.

Konkrete Ergebnisse dieser Zusammenarbeit beschreibt der Bericht noch nicht. Im Mittelpunkt des Gipfels standen zunächst Investitionsbereitschaft, industrielle KI und die wirtschaftlichen Erwartungen an die Kooperation.

🔗 https://www.heise.de/news/Kanzler-Merz-hofft-auf-Nvidia-als-Wachstumsbeschleuniger-11493401.html

AWS: Ein Netzwerktest macht aus US-Abhängigkeit keine Souveränität.

Und außerdem ist es ganz schön viel Aufwand, um die „Souveränitätslüge“ von AWS aufrechtzuerhalten.

Am 24. Oktober will AWS seine European Sovereign Cloud für mehrere Stunden vom globalen AWS-Netzwerk trennen. Der Konzern will damit beweisen, dass seine Cloud auch ohne Infrastruktur außerhalb der EU funktioniert.

Nur geht dieser “Beweis” an der eigentliche Kritik völlig vorbei.

Es ging nie darum, ob AWS seine Rechenzentren in Brandenburg ein paar Stunden ohne Verbindung zu US-Standorten betreiben kann.

Es geht um die Abhängigkeit von einem US-Konzern.

Zur Erinnerung: Der CLOUD Act richtet sich nach US-Gerichtsbarkeit und Datenkontrolle, nicht nach dem Standort eines Rechenzentrums. Ein Netzwerktest ändert daran nichts.

Abgesehen davon: Wie schnell sich die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen in den USA verändern können, zeigt der Fall Trump v. Slaughter.

Der Supreme Court bestätigte Trumps Befugnis, FTC-Kommissare ohne Angabe von Gründen zu entlassen. Damit wurde ein wesentlicher Schutz der Unabhängigkeit dieser US-Aufsichtsbehörde aufgehoben.

Das ist auch für Europa relevant. Die Unabhängigkeit der FTC spielt beim EU-US Data Privacy Framework eine erhebliche Rolle.

Und brandaktuell erlebt die Ukraine mit Starlink gerade, welche Folgen die Abhängigkeit von einem einzelnen US-Technologieanbieter haben kann. Eingeschränkte Funktionen haben dort bereits militärische Einsätze beeinträchtigt.

All das sollte uns nicht nur aufhorchen lassen. Es sollte uns aufrütteln.

Das Sovereign Washing nimmt inzwischen bizarre Ausmaße an. Die US-Hyperscaler versuchen auf Teufel komm raus, uns ihre Lösungen als souverän zu verkaufen. Währenddessen spielt Donald Trump im Weißen Haus Rumpelstilzchen und demonstriert, wie schnell sich politische und rechtliche Rahmenbedingungen in den USA verändern lassen.

US-Recht, politische Entscheidungen und unternehmerische Interessen verschwinden nicht, nur weil AWS-Server in Europa stehen.

AWS kann mit seinem Test einen vielleicht technischen Nachweis liefern. Die rechtlichen und politischen Abhängigkeiten beantwortet er nicht.

🔗https://aws.amazon.com/de/blogs/security/aws-european-sovereign-cloud-demonstrating-an-independent-operation/

🎟️Eventempfehlung:

Sovereign Cloud Days 2026 in Saarbrücken

Nur noch ein paar Stunden, dann geht es los!

Vom 22. bis 25. Oktober finden in Saarbrücken die Sovereign Cloud Days 2026 statt. Vier Tage rund um digitale Souveränität, Open Source, Cloud Native und offene Infrastruktur.

Am Donnerstag und Freitag stehen beim Südwest Digital Track strategische Fragen und Erfahrungen aus der Praxis im Mittelpunkt. Am Wochenende übernimmt die Open-Source-Community mit technischen Vorträgen, Architekturentscheidungen und Erfahrungen aus dem produktiven Betrieb.

Besonders interessant: Keine Vendor-Pitches, sondern konkrete Lösungen und Praxiserfahrungen.

Die Teilnahme am Wochenende ist kostenlos, eine Anmeldung erforderlich.

🔗 https://www.sovereign-cloud-days.eu/event/sovereign-cloud-days-2026-1/page/home-sovereign-cloud-days-2026-3

💚In eigener Sache:

📰 Short News:

1. Kritische Linux-Lücke ermöglicht Ausbruch aus virtuellen Maschinen

Ein Sicherheitsforscher hat eine Schwachstelle im Linux-Kernel entdeckt, über die Angreifer mit manipulierten IPv4-Paketen aus virtuellen Maschinen ausbrechen und Schadcode auf dem Host ausführen können. Die Lücke hat einen CVSS-Wert von 9,3; erste Patches für Debian und Proxmox sind bereits verfügbar.

🔗 https://www.golem.de/news/pwnescape-linux-luecke-laesst-angreifer-aus-vms-ausbrechen-2610-214254.html

2. Die Bots, die nie verschwanden – Das Märchen der zerstörten Trollfarmen

Ukrainische Drohnenangriffe auf drei Yandex-Rechenzentren lösten die Behauptung aus, russische Trollfarmen seien weitgehend ausgeschaltet und die AfD-Aktivität massiv eingebrochen. Sascha Pallenberg zeigt, wie aus falsch interpretierten Cloudflare-Daten und einer fragwürdigen Grafik eine Falschmeldung wurde, die selbst Politiker und Medien verbreiteten. Belastbare Belege für einen massiven Rückgang russischer Desinformationskampagnen fehlen.

🔗 https://www.metacheles.de/yandex-bots-trolle/

3. openDesk: Nachfrage überfordert den Anbieter

Das Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS) hat bereits openDesk-Lizenzen für 200.000 Arbeitsplätze verkauft, musste aber einen Großteil weiterer Anfragen ablehnen. Die hohe Nachfrage zwingt ZenDiS, den bisherigen Direktvertrieb auf ein Partnerprogramm umzustellen.

🔗 https://www.golem.de/news/deutsche-microsoft-alternative-nachfrage-hat-opendesk-ueberrumpelt-2610-214235.html

4. ConnectWise: Angriff legt Cloud-Backups lahm

Angreifer haben Anwendungszugänge von ConnectWise kompromittiert und sich damit unbefugt Zugang zu Microsoft-365-Umgebungen verschafft. ConnectWise hat daraufhin sieben Anwendungsidentitäten deaktiviert und seinen Cloud-Backup-Dienst ausgesetzt – geplante Backups laufen nicht, und die Wiederherstellung ist vorerst nicht verfügbar.

🔗 https://thehackernews.com/2026/10/connectwise-suspends-cloud-backup-after.html

5. USA bestätigen geheime Weltraumwaffen

Die USA haben bestätigt, dass sie Waffensysteme im erdnahen Weltraum betreiben, ohne deren genaue Fähigkeiten offenzulegen. Golems „Defense Radar“ untersucht mögliche Waffentypen und die militärische Aufrüstung im All durch China und Russland.

🔗 https://www.golem.de/news/defense-radar-krieg-im-all-2610-214196.html

🗣️Gastbeitrag:

Sovereign Cloud Days 2026

Was eine BWLerin in der OpenStack Community verloren hat

Bei Clustern denke ich manchmal immer noch zuerst an Müsli. Und bei Kubernetes frage ich mich, wer sich eigentlich diese Namen ausdenkt.

Trotzdem bin ich seit einigen Monaten ziemlich tief in der IT-Welt unterwegs. Als Fractional Marketing-Leitung begleite ich SQUILD, einen Cloud-Infrastruktur-Anbieter aus dem Saarland, und darf aktuell für diesen die Sovereign Cloud Days mitorganisieren.

Dabei habe ich eines ziemlich schnell verstanden:

Digitale Souveränität ist vor allem eine Frage der Umsetzung.

Politik kann europäische Unabhängigkeit fordern. Unternehmen können souveräne IT-Infrastrukturen zur strategischen Priorität erklären.

Aber irgendwann muss jemand diese Infrastruktur tatsächlich bauen und betreiben.

Und genau hier kommen die Menschen ins Spiel, die ich liebevoll als IT-Nerds bezeichne. Diejenigen, die täglich mit OpenStack, Kubernetes und Cloud Native arbeiten und aus eigener Erfahrung wissen, was wirklich funktioniert.

Ihr Wissen ist entscheidend. Und der Austausch darüber mindestens genauso.

Gerade im KI-Zeitalter halte ich persönliche Fachveranstaltungen deshalb für wichtiger denn je.

KI liefert uns innerhalb von Sekunden Antworten auf nahezu jede technische Frage. Aber sie ersetzt keine Erfahrungen aus echten Projekten und erst recht nicht die persönlichen Beziehungen, aus denen Vertrauen und Zusammenarbeit entstehen.

Aus acht Jahren DeepTech-Unternehmertum weiß ich, wie wertvoll genau diese Begegnungen sind.

Deshalb freue ich mich besonders, dass wir am 24. und 25. Oktober bei den Sovereign Cloud Days in Saarbrücken genau diese Menschen zusammenbringen.

Mehr als 60 Einreichungen für unseren Call for Papers zeigen, wie viel Wissen in dieser Community steckt.

SQUILD trägt den OpenInfra & Cloud Native Track als einer der Hauptorganisatoren und Sponsoren mit. Die Teilnahme ist bewusst kostenfrei, damit möglichst viele von diesem Austausch profitieren können.

Ich freue mich auf spannende Gespräche, neue Perspektiven und vielleicht verstehe ich danach sogar, was es mit Kubernetes auf sich hat. 😉

📍 24. und 25. Oktober 2026 | htw saar, Saarbrücken

🎟️ OpenInfra & Cloud Native Track | kostenfreie Teilnahme

ayedo – Die Experten für Cloud und Hosting

🚨 ALERT:

Kritische Linux-Lücke ermöglicht Ausbruch aus virtuellen Maschinen

Eine Sicherheitslücke im Linux-Kernel stellt eine zentrale Sicherheitsannahme der Virtualisierung infrage: die Isolation zwischen virtueller Maschine und Hostsystem.

Sicherheitsforscher von PWN.AI haben mit PwnEscape (CVE-2026-99999) eine kritische Schwachstelle entdeckt, über die Angreifer aus einer KVM-VM ausbrechen und das zugrunde liegende Hostsystem kompromittieren können.

Das Besondere: Die Schwachstelle steckt nicht im Hypervisor, sondern im Linux-Netzwerkstack.

Durch manipulierte Netzwerkpakete und fehlerhaft verarbeitete Prüfsummeninformationen lässt sich ein bereits überprüfter IPv4-Header nachträglich verändern. Dadurch können Speicherbereiche des Hostsystems ausgelesen werden, auf die eine virtuelle Maschine niemals Zugriff haben dürfte.

Den Forschern gelang es in ihrer eigenen Testumgebung, diesen Speicherzugriff zu einem vollständigen VM-Ausbruch weiterzuentwickeln. Sie konnten gezielt in den Kernel-Speicher des Hosts schreiben und schließlich Code mit Root-Rechten ausführen.

Das Problem betrifft damit nicht nur KVM. Auch andere Virtualisierungs- und Sandbox-Lösungen können gefährdet sein, sofern sie die betroffenen Netzwerkpfade des Linux-Kernels nutzen. Welche konkreten Produkte und Konfigurationen angreifbar sind, muss allerdings gesondert geprüft werden.

Besonders relevant ist die Entdeckung für Cloud-Provider, Hosting-Anbieter und Betreiber von Multi-Tenant-Infrastrukturen. Dort ist die zuverlässige Trennung verschiedener Kundenumgebungen eine grundlegende Sicherheitsanforderung.

Ein erster Fix wurde am 14. Oktober 2026 in den Linux-Hauptentwicklungszweig übernommen. Die Forscher weisen allerdings darauf hin, dass damit nicht sämtliche Risiken rund um die Verarbeitung manipulierter Prüfsummeninformationen abschließend behoben sind.

Für Betreiber heißt das: Kernel-Versionen und verfügbare Sicherheitspatches prüfen, Stable-Backports verfolgen und betroffene Virtualisierungsumgebungen priorisiert aktualisieren.

PwnEscape zeigt, dass die Sicherheit virtueller Maschinen nicht allein vom Hypervisor abhängt. Auch gemeinsam genutzte Komponenten des Hostbetriebssystems können die Isolation vollständig aushebeln.