Warum klassische Public-Key-Kryptografie strukturell ausläuft
Das BSI zieht eine klare Linie: Ab Ende 2031 soll der alleinige Einsatz klassischer …

Die heutige Sicherheit des Internets beruht fast vollständig auf der Schwierigkeit, große Zahlen in Primfaktoren zu zerlegen (RSA) oder diskrete Logarithmen auf elliptischen Kurven zu berechnen (ECC). Ein ausreichend leistungsstarker Quantencomputer nutzt den Shor-Algorithmus, um diese Probleme trivial zu lösen.
Das Problem für Unternehmen heute heißt: “Harvest Now, Decrypt Later”. Angreifer speichern heute verschlüsselte Datenströme, um sie in 5 bis 10 Jahren mit Quantencomputern zu entschlüsseln. Wer heute sensible Daten (Patientenakten, Staatsgeheimnisse, IP) überträgt, muss jetzt auf quantensichere Verfahren umstellen.
PQC basiert auf mathematischen Problemen, von denen man annimmt, dass sie auch für Quantencomputer extrem schwer zu lösen sind. Die führenden Ansätze, die derzeit vom **NIST (National Institute of Standards and Technology)**standardisiert werden, sind:
Der Wechsel auf PQC ist kein einfaches Software-Update. Er bringt signifikante technische Herausforderungen für die Architektur mit sich:
PQC-Algorithmen erzeugen deutlich größere Schlüssel und Signaturen als ECC oder RSA.
Die Berechnung gitterbasierter Algorithmen ist rechenintensiver.
Da PQC-Algorithmen relativ neu sind, vertraut man ihnen noch nicht blind. Der aktuelle Standard für die Übergangszeit ist der hybride Modus.
Wie bereitet ayedo eine Kubernetes Infrastruktur konkret auf PQC vor?
Wann wird RSA/ECC konkret wertlos? Schätzungen gehen davon aus, dass ein Quantencomputer mit ca. 20 Millionen Qubits (fehlerkorrigiert) RSA-2048 brechen kann. Experten erwarten diesen Punkt zwischen 2030 und 2035. Da Infrastruktur-Zyklen oft 5-10 Jahre dauern, ist die Planung heute zwingend.
Warum sind gitterbasierte Verfahren (Lattices) der Favorit? Sie bieten die beste Balance zwischen Sicherheit, Schlüsselgröße und Rechenzeit. ML-KEM (Kyber) ist beispielsweise performant genug, um in Webbrowsern und auf Servern ohne massive Verzögerung eingesetzt zu werden.
Gibt es Hardware-Beschleuniger für PQC? Ja, erste Anbieter integrieren PQC-Beschleunigung in ihre SmartNICs und HSMs (Hardware Security Modules). In einer modernen Infrastruktur wird die Offloading-Strategie für PQC-Traffic ein zentrales Architektur-Thema.
Was passiert mit bestehenden VPN-Tunneln? Protokolle wie WireGuard oder IPsec müssen auf PQC-konforme Versionen aktualisiert werden. Für WireGuard gibt es bereits experimentelle Implementierungen (“Rosenpass”), die einen hybriden PQC-Schlüsselaustausch nutzen.
Ist Blockchain von PQC betroffen? Massiv. Die meisten Blockchains basieren auf ECDSA (Elliptic Curve Digital Signature Algorithm). Ohne ein Hard-Fork auf PQC-Signaturen könnten Quantencomputer künftig fremde Wallets leer räumen, indem sie den privaten Schlüssel aus dem öffentlichen Schlüssel berechnen.
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