GitLab: Die Referenz-Architektur für die vollständige DevOps-Plattform
Fabian Peter 5 Minuten Lesezeit

GitLab: Die Referenz-Architektur für die vollständige DevOps-Plattform

Moderne Softwareentwicklung erfordert mehr als nur Code-Hosting. Während Hyperscaler wie AWS versuchen, Entwickler durch eine fragmentierte Kette von Einzel-Services (CodeCommit, CodeBuild, CodePipeline) an ihre Plattform zu binden, verfolgt GitLab den Ansatz der „Single Application". Es vereint Source Code Management (SCM), CI/CD, Security Scanning und Package Registry in einer einzigen, kohärenten Oberfläche. Dies reduziert Komplexität, beschleunigt Feedback-Schleifen und garantiert, dass Ihr geistiges Eigentum (der Code) und Ihre Prozesse portabel bleiben.
gitlab devops ci-cd kubernetes source-code-management integrated-architecture elastic-scaling

TL;DR

Moderne Softwareentwicklung erfordert mehr als nur Code-Hosting. Während Hyperscaler wie AWS versuchen, Entwickler durch eine fragmentierte Kette von Einzel-Services (CodeCommit, CodeBuild, CodePipeline) an ihre Plattform zu binden, verfolgt GitLab den Ansatz der „Single Application". Es vereint Source Code Management (SCM), CI/CD, Security Scanning und Package Registry in einer einzigen, kohärenten Oberfläche. Dies reduziert Komplexität, beschleunigt Feedback-Schleifen und garantiert, dass Ihr geistiges Eigentum (der Code) und Ihre Prozesse portabel bleiben.

1. Das Architektur-Prinzip: The One DevOps Platform

In vielen Unternehmen gleicht die Toolchain einem Flickenteppich: GitHub für Code, Jenkins für CI, Jira für Tickets, Artifactory für Pakete. Das erfordert ständige Kontextwechsel und komplexe Integrationen.

GitLab eliminiert diese Reibungsverluste durch eine integrierte Architektur.

  • Nahtlose CI/CD: Die Pipeline-Definition (.gitlab-ci.yml) liegt direkt beim Code. Es gibt keine Trennung zwischen Repository und Build-Server. Ein Push löst sofort die Pipeline aus, und das Ergebnis ist direkt im Merge Request sichtbar.
  • Review Apps: GitLab kann für jeden Branch automatisch eine temporäre Live-Umgebung im Kubernetes-Cluster hochfahren. Entwickler und PMs testen Änderungen an einer echten URL, bevor der Code gemerged wird.

2. Kern-Feature: GitLab Runner auf Kubernetes

Das Herzstück der Automatisierung ist der GitLab Runner. Anders als monolithische Jenkins-Server, die schwer zu skalieren sind, integriert sich der GitLab Runner nativ in Kubernetes.

  • Elastic Scaling: Für jeden Job wird ein neuer, isolierter Pod im Cluster gestartet. Wenn am Freitagnachmittag 50 Entwickler gleichzeitig pushen, skaliert der Cluster automatisch hoch. Sind die Jobs fertig, verschwinden die Pods wieder.
  • Security: Jeder Job läuft in einem sauberen Container. Es gibt keine „Altlasten" oder Artefakte von vorherigen Builds, die das Ergebnis verfälschen könnten.

3. Container Registry & Security Scanning

GitLab ist nicht nur Code-Speicher, sondern auch Artefakt-Speicher. Die integrierte Container Registry erlaubt es, Docker-Images direkt im Projekt zu speichern – ohne externe Dienste wie Docker Hub oder AWS ECR konfigurieren zu müssen.

Zusätzlich bietet GitLab (je nach Edition) tiefgreifende DevSecOps-Funktionen: SAST (Static Application Security Testing), Secret Detection und Dependency Scanning laufen automatisch in der Pipeline und blockieren unsicheren Code, bevor er in Produktion geht.

4. Betriebsmodelle im Vergleich: AWS CodeSuite vs. ayedo Managed GitLab

Hier entscheidet sich, ob Ihre Entwicklungsprozesse an einen Cloud-Anbieter gekettet sind oder ob Sie die Hoheit über Ihren SDLC (Software Development Life Cycle) behalten.

Szenario A: AWS CodeSuite (Die fragmentierte Abhängigkeit)

Wer auf AWS CodeCommit, CodeBuild und CodePipeline setzt, begibt sich in einen tiefen Lock-in.

  • Proprietäre Logik: Die Pipeline-Definitionen (buildspec.yml) und Deployment-Logiken sind spezifisch für AWS. Ein Wechsel zu einem anderen Provider oder On-Premise ist unmöglich, ohne die gesamte CI/CD-Logik neu zu schreiben.
  • Mangelnde Developer Experience: Die AWS-Tools sind für Ops gebaut, nicht für Devs. Code Reviews (Pull Requests) sind in CodeCommit rudimentär im Vergleich zur mächtigen Merge-Request-Oberfläche von GitLab.
  • Strategisches Risiko: AWS hat angekündigt, CodeCommit für Neukunden zu schließen. Das zeigt deutlich: AWS priorisiert diese Dienste nicht. Wer hierauf baut, baut auf einem absteigenden Ast.

Szenario B: GitLab mit Managed Kubernetes von ayedo

Im ayedo App-Katalog wird GitLab (oder der GitLab Runner) als zentrale DevOps-Engine bereitgestellt.

  • Volle Datenhoheit: Ihr Code, Ihre Tickets und Ihre Pipelines liegen in Ihrem Cluster (Self-Managed GitLab) oder Sie nutzen GitLab.com mit eigenen Runnern in Ihrem Cluster. In beiden Fällen gehören die Daten und Prozesse Ihnen.
  • Portable Pipelines: Eine .gitlab-ci.yml ist Standard. Sie können denselben Prozess nutzen, um nach AWS, Azure, Google Cloud oder auf Bare Metal zu deployen.
  • Unified Experience: Entwickler haben ein Tool für alles. Das steigert die Produktivität und senkt die Einarbeitungszeit (Onboarding) neuer Mitarbeiter massiv.

Technischer Vergleich der Betriebsmodelle

Aspekt AWS CodeSuite (Proprietär) ayedo (GitLab)
Toolchain Fragmentiert (Commit, Build, Pipeline) Integriert (All-in-One)
Pipeline-Format AWS-spezifisch (buildspec) Standard (.gitlab-ci.yml)
Skalierung Managed (Blackbox) Kubernetes-Native (Runner Pods)
Code Review Rudimentär Exzellent (Merge Requests)
Strategisches Risiko Hoch (Service wird depriorisiert) Zukunftssicher (Marktführer)
Portabilität Keine (AWS Only) Vollständig (Jede Cloud/On-Prem)

FAQ: GitLab & DevOps Strategy

Sollte ich GitLab selbst hosten (Self-Managed) oder SaaS nutzen?

Das hängt von Ihren Compliance Anforderungen ab. Die SaaS-Version (GitLab.com) ist wartungsfrei. Mit Self-Managed GitLab (deployed via ayedo) haben Sie jedoch die absolute Kontrolle: Der Code verlässt niemals Ihre Infrastruktur, und Sie können GitLab hinter Ihrem VPN/Firewall betreiben. Dies ist oft für streng regulierte Branchen (Banken, Health) Pflicht. Ein Hybrid-Ansatz ist ebenfalls möglich: SaaS für die UI, aber Self-Hosted Runner im eigenen Cluster für die Ausführung der Jobs.

Wie migriere ich von Jenkins zu GitLab CI?

Jenkins ist oft ein Wartungs-Albtraum („Plugin Hell"). Die Migration zu GitLab CI lohnt sich fast immer. Die Logik verschiebt sich von der klick-basierten Jenkins-Konfiguration in die versionierte .gitlab-ci.yml. GitLab bietet Keyword-Äquivalente für fast alle Jenkins-Funktionen. Der größte Gewinn ist die Wegwerf-Umgebung der Runner: Nie wieder “It works on my machine but not on Jenkins”, da jeder Job in einem frischen Docker-Container läuft.

Ist GitLab nicht zu ressourcenhungrig für Kubernetes?

Der GitLab Core (Rails Monolith) benötigt tatsächlich ordentlich Ressourcen (RAM). Die Runner hingegen sind extrem effizient. Im ayedo Stack wird das Deployment so optimiert, dass die Komponenten (Gitaly, Sidekiq, Postgres) bestmöglich auf die Nodes verteilt sind. Für kleinere Teams empfiehlt sich oft das Modell: Code auf GitLab.com, aber die Runner (Compute) im eigenen ayedo-Cluster.

Unterstützt GitLab GitOps (wie ArgoCD)?

Ja. GitLab hat einen integrierten “Agent for Kubernetes”, der GitOps-Funktionen bietet. Allerdings ist die gängige Best-Practice in der Industrie (und im ayedo Stack) die Kombination: GitLab CI für Continuous Integration (Testen, Bauen, Security Scan) und ArgoCD/Flux für Continuous Delivery (Deployment). GitLab pusht das fertige Image und ArgoCD synchronisiert es. Das ist “Best of Breed”.

Fazit

Code ist das Herzstück der digitalen Wertschöpfung. Wer dieses Herzstück und die Prozesse drumherum (CI/CD) an proprietäre AWS-Tools bindet, verliert an Innovationsgeschwindigkeit und Flexibilität. GitLab bietet die einzige echte End-to-End-Plattform, die Entwickler lieben und die Ops-Teams Transparenz gibt. Mit dem ayedo Managed Stack erhalten Sie eine robuste, skalierbare DevOps-Umgebung, die sicherstellt, dass Ihr wichtigstes Asset – Ihr Code und Ihre Automatisierung – jederzeit portabel und unter Ihrer Kontrolle bleibt.

Ähnliche Artikel