Der große Unterschied: Warum MSPs Zukunft haben
Warum Hyperscaler nur Hardware verkaufen – und MSPs die Zukunft sind Hyperscaler haben die digitale …

AWS S3 und MinIO erfüllen auf dem Papier dieselbe technische Aufgabe: hochverfügbaren, skalierbaren Objektspeicher bereitzustellen. In vielen Diskussionen endet der Vergleich deshalb früh – beim API. Beide sprechen S3. Damit scheint die Entscheidung trivial. In der Praxis ist sie es nicht.
Object Storage ist längst keine rein technische Komponente mehr. Er ist infrastrukturelles Fundament, Kostenfaktor, Compliance-Baustein und strategische Abhängigkeit zugleich. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob Objektspeicher funktioniert, sondern wem Betrieb, Daten und Architektur gehören.
AWS S3 ist der De-facto-Standard für Object Storage. Extrem stabil, global verfügbar, tief in das AWS-Ökosystem integriert. Versionierung, Lifecycle-Regeln, Replikation über Regionen hinweg, IAM-Integration, Events, Policies – all das ist sofort verfügbar und in nahezu jeder AWS-Architektur vorgesehen.
Für viele Anwendungen ist S3 die bequemste Lösung. Keine Kapazitätsplanung, kein eigenes Monitoring, keine Sorgen um Ausfallsicherheit. Objekt hochladen, URL nutzen, fertig. Gerade deshalb wird S3 in der Praxis häufig nicht als bewusste Architekturentscheidung getroffen, sondern als Default angenommen.
Diese Bequemlichkeit ist real – aber sie ist nicht kostenlos.
S3 ist vollständig proprietär. Daten liegen in einem AWS-spezifischen Kontext, Abrechnung erfolgt granular: pro gespeichertem Gigabyte, pro Request, pro Datenübertragung, pro Feature. Besonders bei Workloads mit hohem Read-Traffic, vielen kleinen Objekten oder intensiver Nutzung von Events und Replikation werden Kosten schnell unübersichtlich.
Das eigentliche Problem ist weniger der Preis einzelner Komponenten, sondern die fehlende Vorhersagbarkeit. Kleine Architekturänderungen – etwa ein zusätzlicher Service, der häufiger liest – können spürbare Auswirkungen auf die monatlichen Kosten haben.
Ein Ausstieg aus S3 ist technisch möglich, operativ jedoch aufwendig. Je stärker Anwendungen S3-spezifische Features nutzen, desto enger wird die Bindung. Objekt-Storage wird so schleichend zum Lock-in, nicht durch Datenformate, sondern durch Architekturentscheidungen.
MinIO verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz. Open Source, S3-kompatibel, überall betreibbar. On-Premises, in Kubernetes, in der eigenen Cloud oder in souveränen Umgebungen. Das S3-API wird implementiert – nicht kontrolliert.
Für Anwendungen bedeutet das: gleiche Schnittstelle, andere Eigentumsverhältnisse. Der Speicher gehört der eigenen Infrastruktur, nicht einem Hyperscaler. Daten bleiben portabel, der Standort bleibt kontrollierbar, der Anbieter bleibt austauschbar.
Wichtig ist: MinIO ist kein funktionaler Kompromiss.
MinIO ist kein abgespeckter Ersatz für S3. Performance, horizontale Skalierung, Erasure Coding, Versionierung, serverseitige Verschlüsselung, Object Lock, Lifecycle-Regeln – all das ist vorhanden und produktionsreif.
Der Unterschied liegt nicht im Feature-Set, sondern im Betriebsmodell. MinIO muss selbst betrieben, überwacht und abgesichert werden. Das erfordert Know-how, Automatisierung und klare Betriebsprozesse. Im Gegenzug sind Kosten transparent, Performance planbar und Architekturentscheidungen jederzeit revidierbar.
Für viele Plattformen ist genau das der entscheidende Punkt: Kontrolle gegen Bequemlichkeit zu tauschen – oder umgekehrt.
Der strategische Unterschied zwischen S3 und MinIO wird besonders deutlich, wenn regulatorische Anforderungen ins Spiel kommen. Wer Daten geografisch, organisatorisch oder juristisch kontrollieren muss, stößt mit S3 schnell an Grenzen. Regionale Isolation ist möglich, aber immer innerhalb eines AWS-Rahmens.
MinIO erlaubt es, Object Storage gezielt in bestehende Sicherheits-, Compliance- und Governance-Modelle einzubetten. Daten können dort gespeichert werden, wo sie regulatorisch hingehören – unabhängig von globalen Cloud-Strategien einzelner Anbieter.
Gerade in sensiblen Branchen ist Object Storage damit keine reine Infrastrukturfrage mehr, sondern Teil der Risikobewertung.
| Aspekt | AWS S3 | MinIO |
|---|---|---|
| API | Proprietäres S3 | S3-kompatibel |
| Betrieb | Vollständig AWS | Eigenbetrieb |
| Kostenmodell | Nutzungsbasiert, variabel | Infrastruktur-basiert, transparent |
| Portabilität | Gering | Hoch |
| Vendor Lock-in | Hoch | Niedrig |
| Datenhoheit | AWS-gebunden | Vollständig kontrollierbar |
AWS S3 ist sinnvoll für:
MinIO ist sinnvoll für:
Object Storage ist kein neutraler Speicher. Er entscheidet darüber, wie beweglich Daten bleiben – technisch, wirtschaftlich und regulatorisch.
AWS S3 optimiert auf Bequemlichkeit und Integration. MinIO optimiert auf Kontrolle und Unabhängigkeit.
Welche Entscheidung richtig ist, hängt nicht vom API ab, sondern davon, wie viel Kontrolle man bereit ist abzugeben. Und genau diese Frage sollte man sich stellen, bevor Object Storage zur unsichtbaren Abhängigkeit wird.
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