Flux: Die Referenz-Architektur für Continuous Delivery & Infrastructure Automation
TL;DR Kubernetes-Cluster sollten nicht manuell oder durch fragile Skripte verwaltet werden. Während …

TL;DR
ArgoCD hat sich als der Industriestandard für Continuous Delivery in Kubernetes etabliert. Durch die Implementierung des GitOps-Paradigmas transformiert es die Infrastrukturverwaltung von imperativen Pipelines hin zu einer deklarativen Zustandsverwaltung. Dies ermöglicht automatisierte Synchronisierung („Self-Healing"), lückenlose Auditierbarkeit und eine strikte Trennung von CI (Continuous Integration) und CD (Continuous Delivery).
Traditionelle Deployment-Tools arbeiten „Push-basiert". Eine externe Pipeline (z.B. Jenkins oder GitLab CI) hat Zugriff auf den Cluster und führt Befehle aus, um Updates einzuspielen. Dies stellt ein Sicherheitsrisiko dar, da die CI-Server weitreichende Rechte im Cluster benötigen.
ArgoCD dreht dieses Modell um („Pull-Prinzip"). Der ArgoCD-Controller läuft innerhalb des Kubernetes-Clusters und überwacht verknüpfte Git-Repositories.
Da nur der Cluster Zugriff auf das Git-Repo benötigt (Read-Only), aber keine externen Tools Schreibrechte im Cluster haben, reduziert sich die Angriffsfläche drastisch.
Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal von ArgoCD ist die Fähigkeit, Abweichungen („Drift") zu erkennen, die nicht durch Git ausgelöst wurden.
Wenn ein Administrator manuell per kubectl eine Ressource ändert (z.B. das Speicherlimit eines Pods erhöht), entsteht eine Diskrepanz zur Git-Definition.
OutOfSync.Dies erzwingt Disziplin: Git ist die einzige Quelle der Wahrheit (Single Source of Truth). Manuelle „Hotfixes" am Cluster vorbei werden technisch unterbunden, was die Stabilität von Produktionsumgebungen massiv erhöht.
ArgoCD bietet eine zentrale Management-Oberfläche (UI) und CLI, um Deployments über hunderte von Clustern hinweg zu steuern. Anstatt sich in jeden Cluster einzeln einzuwählen, dient die ArgoCD-Instanz als Control Plane. Dies schafft Transparenz darüber, welche Version einer Applikation in welcher Umgebung (Dev, Staging, Prod) gerade läuft.
Hier entscheidet sich, ob GitOps wirklich portabel bleibt oder ob man sich unbewusst in den Vendor Lock-In manövriert.
Szenario A: ArgoCD auf AWS EKS (Der Bau des eigenen goldenen Käfigs)
Wer ArgoCD auf EKS betreibt, tappt oft in die Falle der „tiefen Integration". Um ArgoCD produktiv und sicher zu machen, greifen Teams meist auf native AWS-Dienste zurück, was die Unabhängigkeit zerstört:
Szenario B: ArgoCD mit Managed Kubernetes von Ayedo
Im Ayedo App-Katalog ist ArgoCD eine Kernkomponente (First Class Citizen), die auf maximale Portabilität ausgelegt ist.
| Aspekt | AWS EKS (ArgoCD) | Ayedo (Managed ArgoCD) |
|---|---|---|
| Ingress & Certs | AWS ALB & ACM (Proprietär) | Nginx & Cert-Manager (Standard) |
| Identity Management | AWS IAM / IRSA (AWS Only) | OIDC / Standard RBAC (Portable) |
| Manifest-Sauberkeit | Niedrig (Viele AWS-Annotationen) | Hoch (Cloud-Agnostisch) |
| Strategisches Risiko | Hoher Lock-in (Goldener Käfig) | Volle Souveränität |
| Operativer Aufwand | Hoch (Updates & Patching manuell) | Minimal (Managed Service) |
Wie gehe ich mit sensiblen Daten (Secrets) in Git um?
Da GitOps fordert, dass der gesamte Zustand im Git liegt, dürfen Passwörter und API-Keys niemals im Klartext gespeichert werden. In professionellen Setups (wie im Ayedo Stack) wird dies durch Zusatz-Tools gelöst: Entweder durch Sealed Secrets (Verschlüsselung, die nur der Cluster entschlüsseln kann) oder den External Secrets Operator (Synchronisation aus einem externen Vault wie HashiCorp Vault). ArgoCD verwaltet dann nur die verschlüsselten Referenzen, nicht die Geheimnisse selbst.
Ersetzt ArgoCD mein bestehendes CI-Tool (Jenkins, GitLab CI)?
Nein, es ergänzt es. ArgoCD ist rein für das Continuous Delivery (CD) zuständig. Dein CI-Tool (z.B. Jenkins) baut weiterhin die Images und führt Tests aus. Am Ende der Pipeline pusht Jenkins aber nicht mehr in den Cluster, sondern aktualisiert lediglich die Image-Version im Git-Repository. ArgoCD erkennt diese Änderung und übernimmt den Rollout. Dies schafft eine saubere Trennung der Verantwortlichkeiten.
ArgoCD vs. Flux: Was ist der Unterschied?
Beide sind CNCF-graduierte GitOps-Tools. Der Hauptunterschied liegt in der Bedienung und Architektur: Flux ist ein reines CLI-Tool ohne grafische Oberfläche, fokussiert auf Automatisierung. ArgoCD bietet eine mächtige Web-UI, die Entwicklern visuelles Feedback über den Deployment-Status gibt. Aufgrund der besseren „Developer Experience" und Transparenz ist ArgoCD oft die bevorzugte Wahl für Plattformen, die von mehreren Teams genutzt werden.
Was passiert, wenn Git und Cluster nicht synchron sind (Drift)?
Standardmäßig zeigt ArgoCD nur an, dass die Applikation „OutOfSync" ist. In Produktionsumgebungen wird jedoch oft Auto-Sync mit Self-Heal aktiviert. In diesem Modus überschreibt ArgoCD jede manuelle Änderung im Cluster sofort wieder mit dem Zustand aus dem Git. Das verhindert „Configuration Drift" und stellt sicher, dass der Cluster immer exakt so aussieht, wie im Code definiert.
ArgoCD ist die technologische Antwort auf die Komplexität moderner Microservices-Architekturen. Es erzwingt saubere Prozesse durch GitOps und erhöht die Ausfallsicherheit durch automatisches Self-Healing. Während der Betrieb auf reinen Hyperscaler-Clustern wie EKS oft zu einer versteckten Abhängigkeit führt, bieten Plattformen wie Ayedo einen standardisierten GitOps-Stack. Dies garantiert Unternehmen die Freiheit, ihre Infrastruktur selbst zu besitzen, ob als Managed Service oder in Eigenregie, ohne Abhängigkeiten zu einem Hyperscaler zu erzwingen.
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