Edge-Computing mit Kubernetes: Container-Orchestrierung in der Fabrikhalle
In der Theorie klingt die Cloud nach der perfekten Lösung für alles. In der Praxis der …

Jahrzehntelang war die Sicherheitsstrategie in der Industrie klar definiert: Ein starker „Burggraben" (die Perimeter-Firewall) schützt das interne Maschinennetzwerk vor der Außenwelt. Doch in der vernetzten Industrie 4.0 bröckelt dieses Modell. Wenn Schadsoftware – etwa über ein infiziertes Techniker-Laptop oder eine kompromittierte Fernwartungsschnittstelle – erst einmal im internen Netz ist, hat sie oft freie Bahn. Hier setzt das Zero-Trust-Modell an. Das Prinzip: „Vertraue niemandem, verifiziere jeden." Erfahren Sie, wie Mikrosegmentierung innerhalb von Kubernetes verhindert, dass aus einem kleinen Vorfall ein fataler Produktionsstillstand wird. Das Problem: Das Risiko der lateralen Ausbreitung (Lateral Movement) In herkömmlichen, „flachen" Netzwerken können kompromittierte Systeme ungehindert mit anderen Geräten im selben Segment kommunizieren. Hacker nutzen dies für das sogenannte Lateral Movement: Sie springen von einem weniger kritischen System (z. B. einem Anzeige-Panel) auf die zentralen Steuerungen der Fertigungslinie über. Die Gefahren flacher Netzstrukturen:
Anstatt sich auf eine einzige große Mauer an der Außengrenze zu verlassen, ziehen wir mit Kubernetes viele kleine Trennwände direkt um die einzelnen Anwendungen. Dies bezeichnen wir als Mikrosegmentierung.
Innerhalb des Clusters nutzen wir Network Policies. Standardmäßig ist jede Kommunikation verboten (Default Deny). Wir erlauben explizit nur die Verbindungen, die für den Betrieb zwingend notwendig sind.
Durch die logische Trennung in „Namespaces" können verschiedene Produktionsbereiche (z. B. Montagelinie A und Lackiererei B) so isoliert werden, als würden sie auf völlig unterschiedlicher Hardware laufen – obwohl sie denselben Cluster nutzen.
Im Zero-Trust-Modell zählt nicht mehr die IP-Adresse, sondern die Identität. Jede Applikation im Cluster erhält ein eigenes Zertifikat. Bevor Daten fließen, authentifizieren sich die Dienste gegenseitig (Mutual TLS). Ein Angreifer, der lediglich eine IP-Adresse fälscht, scheitert an der fehlenden kryptografischen Identität. Warum Zero Trust die OT-Verfügbarkeit schützt
OT-Entscheider fürchten oft, dass mehr Sicherheit die Produktion bremst. Bei Zero Trust ist das Gegenteil der Fall:
Compliance (NIS2): Mikrosegmentierung ist ein Kernbaustein, um die strengen Anforderungen moderner Cybersicherheits-Richtlinien technisch nachweisbar umzusetzen.
Die Firewall an der Netzwerkgrenze bleibt wichtig, aber sie reicht nicht mehr aus. Echte Resilienz in der Smart Factory entsteht erst, wenn Sicherheit direkt dort implementiert wird, wo die Daten entstehen: im Cluster, zwischen den Containern, nach dem Zero-Trust-Prinzip. So machen Sie Ihre Produktion nicht nur digitaler, sondern auch unangreifbar für den Domino-Effekt moderner Cyberattacken.
FAQ – Strategische Kurzinfos
Was ist Lateral Movement in der Produktion?
Lateral Movement beschreibt die seitliche Ausbreitung eines Angreifers oder einer Schadsoftware innerhalb eines Netzwerks, nachdem der äußere Schutzwall (Firewall) bereits überwunden wurde.
Wie verhindert Kubernetes die Ausbreitung von Malware?
Durch den Einsatz von Network Policies und Mikrosegmentierung. Diese sorgen dafür, dass Applikationen nur mit explizit autorisierten Partnern kommunizieren dürfen. Alle anderen Verbindungsversuche werden automatisch blockiert.
Was bedeutet „Default Deny" im Zero-Trust-Kontext?
„Default Deny" ist eine Sicherheitskonfiguration, bei der jeglicher Netzwerkverkehr grundsätzlich verboten ist. Erst durch explizite Regeln wird die Kommunikation für notwendige Prozesse freigeschaltet.
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