Weekly Backlog KW 2/2026
Editorial: Patchen ist kein Nice-to-have KW 2 fühlt sich an wie ein Déjà-vu in Dauerschleife. …

Digitale Souveränität ist längst Teil jeder Digitalstrategie der öffentlichen Hand. Das Souveränitätsbarometer der öffentlichen IT von next:public zeigt jedoch, wie groß die Lücke zwischen Anspruch und Realität ist. Die Studie liefert belastbare Zahlen – und sie zeichnen ein klares Bild struktureller Abhängigkeit.
Das Barometer basiert auf einer Befragung von IT-Verantwortlichen der öffentlichen Hand. Der zentrale Befund ist eindeutig:
Diese Abhängigkeit betrifft nicht Spezialanwendungen, sondern die Grundlagen des Verwaltungsbetriebs. Genau dort entsteht der größte Kontrollverlust.
Die Studie macht deutlich, dass die größten Lock-ins nicht in Fachverfahren entstehen, sondern in der Basisschicht der IT:
Diese Komponenten sind infrastrukturell gesetzt. Sie definieren Dateiformate, Schnittstellen, Updatezyklen und Sicherheitsmodelle. Wer hier abhängig ist, kann Abhängigkeiten in Fachverfahren kaum noch auflösen. Technologische Vielfalt oberhalb dieser Schicht ändert daran nichts.
Ein besonders kritischer Wert betrifft die Anpassungsfähigkeit von Software:
Das bedeutet konkret:
Souveränität endet dort, wo Software nicht mehr veränderbar ist. Nutzung ohne Gestaltung ist keine Kontrolle.
Ein weiterer zentraler Befund der Studie:
Die anstehende Cloud-Transformation ist damit kein Randthema, sondern ein massiver struktureller Einschnitt. Das Barometer macht klar: Ob Cloud zu mehr Souveränität führt, entscheidet sich nicht an der Technologie, sondern an der Ausgestaltung.
Entscheidende Faktoren sind:
Cloud ohne diese Leitplanken verschiebt Abhängigkeiten lediglich – sie löst sie nicht.
| Bereich | Zentrale Zahl | Bedeutung |
|---|---|---|
| Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern | ca. 66 % stark abhängig | Struktureller Lock-in |
| Anpassbarkeit von Fachverfahren | >40 % nur gering anpassbar | Fehlende Gestaltungshoheit |
| Betriebsmodell | ca. 66 % On-Premise | Großer Transformationsdruck |
| Kritische Abhängigkeiten | OS, Office, Kollaboration | Kontrolle über Basisschicht verloren |
Das Souveränitätsbarometer zeigt kein Wissensdefizit, sondern ein Handlungsdefizit. Die Zahlen belegen, was seit Jahren bekannt ist:
Digitale Souveränität entsteht nicht durch Strategiepapier oder Standortversprechen. Sie entsteht durch Anpassbarkeit, Austauschbarkeit und eigene technische Kompetenz. Solange diese Voraussetzungen nicht systematisch aufgebaut werden, bleibt die öffentliche IT abhängig – unabhängig davon, wie oft Souveränität beschworen wird.
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