Individueller Provider-Block-Storage vs. Longhorn
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Loadbalancer gehören zu den stillen Fundamenten moderner Infrastrukturen. Sie entscheiden darüber, wie Traffic verteilt, abgesichert und kontrolliert wird – oft, ohne dass man sie im Alltag bewusst wahrnimmt. Ob AWS Elastic Load Balancer, Azure Load Balancer oder vergleichbare Dienste: Provider-Loadbalancer sind heute Standardbestandteil nahezu jeder Cloud-Architektur.
Sie funktionieren zuverlässig, skalieren automatisch und lassen sich schnell anbinden. Genau deshalb werden sie häufig nicht als Architekturentscheidung betrachtet, sondern als Selbstverständlichkeit. Mit zunehmender Plattformisierung, insbesondere im Kubernetes-Umfeld, wird diese Haltung jedoch problematisch.
Loadbalancer der Cloud-Provider sind auf Bequemlichkeit optimiert. Provisionierung, Skalierung und Hochverfügbarkeit übernimmt der Anbieter. TLS-Termination, Health-Checks und grundlegende Routing-Funktionen sind integriert. Die Abrechnung erfolgt nutzungsbasiert, die Anbindung an Compute-Instanzen, Managed Kubernetes oder PaaS-Dienste ist direkt vorgesehen.
Für viele Szenarien ist das der schnellste Weg zu erreichbaren Services. Gerade bei klassischen Cloud-Setups oder einfachen Kubernetes-Deployments reduziert der Provider-Loadbalancer den initialen Aufwand erheblich. Es gibt wenig zu planen und wenig zu betreiben.
Diese Einfachheit folgt jedoch einem festen Rahmen.
Provider-Loadbalancer sind Teil der jeweiligen Plattformarchitektur. Konfigurationsmöglichkeiten, Routing-Logik und Erweiterungen orientieren sich an vordefinierten Features und Limits. Das ist kein Mangel, sondern Design: Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit entstehen durch Standardisierung.
Problematisch wird das, sobald Anforderungen über diesen Standard hinausgehen. Feingranulares Traffic-Routing, komplexe Header-Manipulationen, Canary-Deployments mit exakten Regeln oder konsistentes Verhalten über mehrere Umgebungen hinweg lassen sich oft nur eingeschränkt abbilden – oder nur durch zusätzliche, wiederum provider-spezifische Dienste.
In Kubernetes-Umgebungen bleibt der Loadbalancer häufig eine externe Blackbox vor dem Cluster. Das Verhalten ist zwar dokumentiert, aber nicht vollständig kontrollierbar. Änderungen folgen Anbieter-Roadmaps, nicht zwingend den Anforderungen der eigenen Plattform.
HAProxy setzt bewusst auf Offenheit und Kontrolle. Als seit Jahren etabliertes Open-Source-Projekt ist es eine leistungsfähige Software für Loadbalancing, Reverse Proxying und Traffic-Management. HAProxy arbeitet sowohl auf Layer 4 als auch auf Layer 7, unterstützt TLS-Termination, Health-Checks, Rate-Limiting und präzise Routing-Regeln.
Der entscheidende Unterschied: HAProxy ist Software, keine Plattformfunktion. Er lässt sich auf eigener Infrastruktur betreiben, in VMs, Containern oder direkt integriert in Kubernetes-Plattformen. Die Verkehrssteuerung wird damit nicht konsumiert, sondern bewusst entworfen.
Der Unterschied zwischen Provider-Loadbalancern und HAProxy liegt nicht primär in der reinen Leistungsfähigkeit, sondern in der Rolle, die der Loadbalancer in der Architektur einnimmt.
Mit HAProxy wird Verkehrssteuerung Teil der Plattformarchitektur. Konfigurationen sind transparent, versionierbar und reproduzierbar. Verhalten ist über Umgebungen hinweg identisch – unabhängig davon, ob der Traffic On-Premises, in einer europäischen Cloud oder bei einem Hyperscaler ankommt.
Gerade in Kubernetes-Ingress-Szenarien ist das entscheidend. Routing-Regeln, Timeouts, Header-Handling und Security-Mechanismen lassen sich gezielt steuern, ohne sich an provider-spezifische Implementierungen zu binden. Die Plattform definiert den Traffic – nicht der Anbieter.
Diese Kontrolle erfordert Betriebskompetenz. HAProxy ist kein Managed Service. Hochverfügbarkeit, Skalierung, Monitoring und Updates müssen aktiv gestaltet werden. Fehler wirken sich unmittelbar aus, wenn sie nicht sauber abgefangen werden.
Dafür entsteht ein Loadbalancing-Layer, dessen Funktionsweise vollständig nachvollziehbar ist. Es gibt keine versteckten Limits, keine impliziten Abhängigkeiten von Anbieter-Roadmaps und keine nutzungsabhängigen Überraschungen im Kostenmodell. Optimierung bedeutet bessere Konfiguration und Architektur – nicht höhere Service-Tiers.
Gerade in Plattformarchitekturen mit [Kubernetes]-Fokus, Multi-Cloud-Ansatz oder erhöhten Compliance-Anforderungen verschiebt sich die Bewertung deutlich. Provider-Loadbalancer reduzieren den Initialaufwand, verankern Verkehrssteuerung jedoch tief in der jeweiligen Cloud-Plattform.
HAProxy entkoppelt diesen zentralen Infrastrukturbaustein. Traffic-Management wird portabel, steuerbar und langfristig stabil. Die Plattform behält ihre Regeln – auch dann, wenn sich Infrastruktur, Anbieter oder Standorte ändern.
| Aspekt | Provider-Loadbalancer | HAProxy |
|---|---|---|
| Betriebsmodell | Vollständig gemanagt | Eigenbetrieb |
| Architekturrolle | Cloud-Service | Plattformkomponente |
| Routing-Flexibilität | Begrenzt | Sehr hoch |
| Transparenz | Eingeschränkt | Vollständig |
| Portabilität | Gering | Hoch |
| Abhängigkeit | Anbietergebunden | Gering |
Provider-Loadbalancer sind sinnvoll für:
HAProxy ist sinnvoll für:
Traffic ist kein Nebenprodukt der Infrastruktur. Er entscheidet darüber, wie zuverlässig, sicher und kontrollierbar Anwendungen erreichbar sind.
Provider-Loadbalancer optimieren auf Bequemlichkeit und Integration. HAProxy optimiert auf Kontrolle, Transparenz und Portabilität.
Wer Verkehrssteuerung vollständig auslagert, akzeptiert implizite Abhängigkeiten. Wer sie als Plattformkomponente begreift, behält Gestaltungshoheit – heute und in Zukunft.
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