GitOps in der Fabrik: Software-Rollouts für 100 Standorte gleichzeitig
In der Softwarewelt ist “Continuous Delivery” Standard. Doch in der Industrie sieht die …

In den letzten zwei Jahren ist “Internal Developer Platform” zum Buzzword avanciert. Doch während Gartner die IDP als Heilmittel gegen die kognitive Überlastung von Entwicklern preist, enden viele interne Projekte als starre Abstraktionsschichten, die mehr Probleme schaffen, als sie lösen.
Echter Self-Service entsteht nicht durch ein schickes GUI, sondern durch ein durchdachtes technisches Fundament, das Infrastruktur als Produkt begreift.
Viele Plattform-Teams begehen den Fehler, Kubernetes komplett vor den Entwicklern zu verstecken. Sie bauen komplexe Wrapper um Helm-Charts oder nutzen proprietäre Portale, die nur 80 % der Use-Cases abdecken. Sobald ein Team die restlichen 20 % benötigt – etwa ein spezielles Ingress-Tuning oder ein Sidecar-Konfig – bricht das Modell zusammen und der manuelle Ticket-Prozess kehrt zurück.
Eine erfolgreiche IDP muss daher nicht die Technik verstecken, sondern Golden Paths (nicht “Golden Cages”) definieren.
Anstatt Terraform-Skripte manuell auszuführen, nutzen moderne IDPs die Kubernetes-API als universelle Control Plane.
Eine IDP ohne GitOps ist lediglich ein Portal für Schatten-IT. Der State der Plattform und der Applikationen muss im Git liegen.
Die Diskussion “Portal oder CLI” wird oft falsch geführt. Eine IDP sollte beides bieten.
kubectl oder API-Call möglich sein, um Automatisierung nicht zu behindern.Der häufigste Grund für das Scheitern ist die mangelnde Berücksichtigung der “Cognitive Load”. Wenn die Plattform so komplex ist, dass Entwickler ein Handbuch lesen müssen, um einen S3-Bucket zu bekommen, werden sie Wege um die Plattform herum suchen.
Unsere Erfahrung zeigt: Eine IDP ist niemals fertig. Sie muss wie ein externes Produkt behandelt werden – inklusive User-Research bei den eigenen Entwicklern, Dokumentation und schnellen Feedback-Zyklen.
Der Aufbau einer IDP ist eine technologische Herausforderung, aber primär eine strategische. Wer Crossplane, ArgoCD und Backstage lediglich installiert, hat noch keine Plattform. Erst die Definition von sinnvollen Abstraktionen und automatisierten Workflows macht aus einer Sammlung von Tools ein Enabler-Werkzeug.
Warum Crossplane statt Terraform für die IDP nutzen? Terraform ist hervorragend für das initiale Bootstrapping. Crossplane hingegen nutzt das “Reconciliation-Loop”-Prinzip von Kubernetes. Es prüft permanent den Ist-Zustand gegen den Soll-Zustand und korrigiert Drift sofort. Zudem erlaubt es Entwicklern, Cloud-Ressourcen mit dem Werkzeug zu verwalten, das sie bereits für ihre Apps nutzen: kubectl.
Ist Backstage zu komplex für den Mittelstand? Backstage ist sehr mächtig, erfordert aber signifikanten Aufwand für Maintenance und Plugin-Entwicklung. Für kleinere Teams kann ein gut strukturiertes GitOps-Repository mit klaren Templates (z.B. via Copier oder Cookiecutter) und einem einfachen Dashboard oft effizienter sein.
Wie misst man den Erfolg einer IDP? Die wichtigsten Metriken sind die Lead Time for Changes und die Deployment Frequency (DORA Metrics). Wenn Entwickler nach Einführung der Plattform schneller und häufiger deployen können, ohne das Ops-Team zu kontaktieren, ist die IDP erfolgreich.
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