Nextcloud souverän betreiben: Warum das „Wie“ entscheidend ist
Nextcloud souverän betreiben: Warum das „Wie“ entscheidend ist Nextcloud steht für digitale …

Die Entscheidung der Landesregierung Schleswig-Holstein, ihre Verwaltung konsequent auf Open-Source-Software umzustellen, ist mehr als ein politisches Signal. Sie ist ein realer, technisch anspruchsvoller Umbau einer komplexen IT-Landschaft – unter Volllast, mit rund 60.000 Beschäftigten, laufendem Justiz- und Verwaltungsbetrieb und klaren strategischen Zielen. Genau deshalb ist dieser Schritt vorbildlich.
Der vielzitierte Satz „Open Source ist schwierig" greift zu kurz. Die eigentliche Aussage dieses Projekts lautet: Digitale Souveränität ist erreichbar – wenn man bereit ist, Verantwortung für die eigene IT zu übernehmen.
Schleswig-Holstein verfolgt seit 2024 eine landesweite Open-Source-Strategie, die zentrale Basiskomponenten der Verwaltungs-IT betrifft:
Das ist kein Testlauf in einer einzelnen Behörde, sondern ein systemischer Umbau der IT-Grundlage eines Bundeslandes.
Der Artikel von heise online benennt offen die Herausforderungen: geänderte Benutzeroberflächen, Umgewöhnung bei Mitarbeitenden, Kritik aus Teilen der Justiz. Diese Punkte sind technisch wie organisatorisch erwartbar. Sie sind kein Beleg gegen Open Source, sondern Ausdruck davon, wie tief proprietäre Software in Prozesse, Schulungen und Denkmuster eingebettet ist.
Aus technischer Sicht ist entscheidend:
Ein zentraler Treiber der Entscheidung war nicht Ideologie, sondern Kosten- und Risikokontrolle. Schleswig-Holstein beziffert die Effekte klar:
Gerade für Entscheider ist das relevant: Open Source verschiebt Ausgaben von laufenden Lizenzkosten hin zu Investitionen in Kompetenz, Integration und Betrieb.
Zur Einordnung hilft ein strukturierter Vergleich:
| Aspekt | Proprietäre Standard-IT | Open-Source-Strategie Schleswig-Holstein |
|---|---|---|
| Lizenzmodell | Laufende, steigende Gebühren | Keine Lizenzkosten, Investition in Betrieb |
| Anbieterabhängigkeit | Hoch (Vendor Lock-in) | Reduziert, austauschbare Dienstleister |
| Kontrolle über Daten | Eingeschränkt | Vollständig beim Land |
| Anpassbarkeit | Begrenzt | Hoch, quelloffen |
| Innovationspfad | Vorgabe durch Anbieter | Eigenständig gestaltbar |
| Langfristige Kosten | Schwer kalkulierbar | Planbar |
Diese Unterschiede sind für Verwaltungen, aber auch für Unternehmen mit regulierten oder kritischen Prozessen unmittelbar relevant.
Besonders interessant für Entwickler:innen und IT-Architekt:innen ist der angekündigte nächste Fokus: die Modernisierung der Fachverfahren als Voraussetzung für einen flächendeckenden Linux-Arbeitsplatz. Hier zeigt sich strategisches Verständnis: Ein Betriebssystemwechsel ist nur sinnvoll, wenn die darüberliegenden Anwendungen mitziehen.
Die angekündigte Modernisierung der E-Akte-Lösung ist dabei ein Schlüsselprojekt. Sie entscheidet darüber, ob Open Source nicht nur Infrastruktur, sondern auch Fachlogik nachhaltig tragen kann.
Schleswig-Holstein erfüllt mehrere Kriterien, die in vielen Open-Source-Strategien fehlen:
Für andere Bundesländer, Kommunen und auch große Organisationen ist das ein belastbares Referenzprojekt. Es zeigt, dass Open Source kein Risiko ist, sondern ein beherrschbares Architektur- und Organisationsprojekt.
Digitale Souveränität entsteht nicht durch Bekenntnisse, sondern durch operative Entscheidungen. Schleswig-Holstein trifft diese Entscheidungen – bewusst, faktenbasiert und gegen den kurzfristigen Komfort. Genau das macht diesen Weg vorbildlich.
Wer heute noch argumentiert, Open Source sei für kritische Verwaltungs- oder Unternehmens-IT nicht geeignet, muss sich an diesem Projekt messen lassen.
Nextcloud souverän betreiben: Warum das „Wie“ entscheidend ist Nextcloud steht für digitale …
Die aktuellen Berichte über massiven Datenabfluss aus selbst gehosteten Owncloud-, Nextcloud- und …
TL;DR HolmesGPT ist ein Open-Source-AI-Tool zur Fehlersuche in Kubernetes-Umgebungen, das Logs, …