Datenbanken in Kubernetes – Alternativen zur Cloud-Hosted DB
Fabian Peter 4 Minuten Lesezeit

Datenbanken in Kubernetes – Alternativen zur Cloud-Hosted DB

Der Betrieb von Datenbanken in Kubernetes galt lange Zeit als riskant: Stateful Workloads, persistente Daten und Container-Orchestrierung schienen nicht zusammenzupassen. Heute ist die Lage eine andere. Durch spezialisierte Operatoren, optimierte Storage-Lösungen und bewährte Praktiken sind relationale und dokumentenbasierte Datenbanken inzwischen stabile Bausteine für Cloud-native Architekturen.

Der Betrieb von Datenbanken in Kubernetes galt lange Zeit als riskant: Stateful Workloads, persistente Daten und Container-Orchestrierung schienen nicht zusammenzupassen. Heute ist die Lage eine andere. Durch spezialisierte Operatoren, optimierte Storage-Lösungen und bewährte Praktiken sind relationale und dokumentenbasierte Datenbanken inzwischen stabile Bausteine für Cloud-native Architekturen.

Während Hyperscaler wie AWS, Google oder Azure mit Cloud-hosted DBaaS-Angeboten (z. B. RDS, CloudSQL, CosmosDB) den Betrieb stark vereinfachen, bleiben Fragen offen: Vendor Lock-in, Souveränität, Compliance. Unternehmen, die volle Kontrolle und Flexibilität wünschen, setzen daher auf Self-Hosted Datenbanken in Kubernetes.

In diesem Artikel vergleichen wir drei populäre Datenbanken und deren Operatoren für Kubernetes:

Wir analysieren deren Features im Hinblick auf Skalierung, Cluster-Bildung, Backups, Monitoring und Day-2-Operations. Außerdem geben wir einen Einblick, wie wir bei ayedo seit vielen Jahren erfolgreich Stateful Database Workloads in Kubernetes betreiben – insbesondere im Zusammenspiel mit Longhorn , einer leistungsfähigen Storage-Lösung mit data locality und eingebauter Replikation.

Warum Datenbanken in Kubernetes?

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Automatisierung: Operatoren übernehmen Routineaufgaben (Provisionierung, Updates, Failover).
  • Flexibilität: Einsetzbar on-premises oder in Multi-Cloud-Umgebungen.
  • Kosteneffizienz: Keine Abhängigkeit von Cloud-Provider-Pricing.
  • Souveränität: Volle Kontrolle über Daten, Speicher und Security.

Gleichzeitig gilt: Datenbanken in Kubernetes erfordern ein tieferes Verständnis von Storage, Netzwerk und Day-2-Betrieb. Hier trennen sich gute von schwachen Implementierungen.

PostgreSQL mit CloudNativePG

CloudNativePG ist ein CNCF-Projekt, das sich vollständig auf PostgreSQL in Kubernetes spezialisiert hat.

Features

  • Cluster-Bildung: Automatische Replikation und Failover mit Patroni-ähnlichem Ansatz.
  • Skalierung: Unterstützung von Read Replicas für horizontale Skalierung.
  • Backups: Integriert mit pgBackRest .
  • Monitoring: Exporter für Prometheus , Dashboards in Grafana .
  • Day-2-Operations: Rolling Updates, automatische Failover, Point-in-Time Recovery.

Vorteile

  • CNCF-Community-getrieben, offen entwickelt.
  • Sehr nahe an PostgreSQL-Standards.
  • Breite Integration mit Cloud-Storage und On-Prem Storage.

Nachteile

  • Fokus nur auf PostgreSQL, keine Multi-DB-Funktionalität.
  • Komplexität bei sehr großen Clustern (>100 Nodes).

MariaDB mit MariaDB Operator

Der MariaDB Operator bringt die beliebte MySQL-Fork-DB in Kubernetes.

Features

  • Cluster-Bildung: Automatisierte Galera-Cluster-Integration.
  • Skalierung: Horizontal skalierbar über Read Replicas.
  • Backups: Unterstützt mysqldump, Percona XtraBackup.
  • Monitoring: Integration mit Percona Monitoring and Management , Prometheus Exporter.
  • Day-2-Operations: Automatisierte Upgrades, Scale-Out, Failover.

Vorteile

  • Reife Technologie mit langjähriger Community.
  • Starke MySQL-Kompatibilität.
  • Galera bietet Multi-Master-Szenarien.

Nachteile

  • Galera-Cluster können bei Netzwerk-Latenzen komplex werden.
  • Backup/Restore weniger integriert als bei CloudNativePG.

MongoDB mit MongoDB Kubernetes Operator

Der MongoDB Operator ist die offizielle Lösung für dokumentenbasierte Datenbank-Workloads.

Features

  • Cluster-Bildung: Sharding und Replica Sets werden automatisiert.
  • Skalierung: Automatische Replikation, horizontale Skalierung durch Shards.
  • Backups: Integration mit Ops Manager .
  • Monitoring: Exporter für Prometheus, Dashboards in Grafana.
  • Day-2-Operations: Automatisierte Upgrades, Schema-Migrationen.

Vorteile

  • Nahtlose MongoDB-Integration, direkt vom Vendor.
  • Sharding out-of-the-box.
  • Geeignet für große, dynamische Datenmengen.

Nachteile

  • Abhängigkeit von MongoDB Inc., einige Features nur kommerziell.
  • Höhere Ressourcenanforderungen im Vergleich zu relationalen DBs.

Vergleich der Operatoren

Feature PostgreSQL (CloudNativePG) MariaDB (Operator) MongoDB (Operator)
Cluster-Bildung Automatisch, robust Galera, komplex bei Latenz ReplicaSets + Sharding
Skalierung Read Replicas Read Replicas, Multi-Master Sharding, Replica Sets
Backups pgBackRest, PITR XtraBackup, mysqldump Ops Manager
Monitoring Prometheus + Grafana PMM + Prometheus Prometheus, Grafana
Day-2-Operations Rolling Updates, PITR Scale-Out, Failover Upgrades, Sharding, Migrations
Community CNCF, offen MySQL-Community, Percona MongoDB Inc., kommerziell

Metrics, Logs und Alerts

Alle drei Operatoren bieten native Integration mit Prometheus und Grafana . Unterschiede liegen in der Tiefe der Dashboards und Exporter.

Für Logs empfiehlt sich eine zentrale Lösung wie Grafana Loki oder Elasticsearch . Operatoren liefern meist Standard-Log-Integration, die durch Agents wie Promtail oder Vector gesammelt werden kann.

Day-2-Operations

„Day-2" bezeichnet alle Operationen nach der Erstbereitstellung. Dazu zählen:

  • Backups & Restores: Einbindung in zentrale Backup-Strategien.
  • Upgrades: Rolling Updates, automatische Versionierung.
  • Failover: Self-Healing und Rescheduling.
  • Observability: Dashboards, Alerts, Logs.
  • Security: TLS, Secrets-Management, Benutzerverwaltung.

Hier sind die Unterschiede spürbar:

  • CloudNativePG punktet durch nahtloses PITR und robuste Upgrade-Mechanismen.
  • MariaDB Operator überzeugt bei Multi-Master-Setups, erfordert aber Netzwerkdisziplin.
  • MongoDB Operator ist sehr mächtig, jedoch mit stärkerer Vendor-Bindung verbunden.

ayedo Praxis: Datenbanken + Longhorn

Wir bei ayedo betreiben seit vielen Jahren erfolgreich Stateful Database Workloads in Kubernetes. Besonders bewährt hat sich dabei das Zusammenspiel mit Longhorn :

  • Data Locality: Daten bleiben nah an den NVMe-Disks der Nodes.
  • Replikation: Eingebaute Replikation schützt vor Node-Ausfällen.
  • Performance: Optimiert für Hochgeschwindigkeits-Storage.

Dieses Setup erlaubt es uns, relationale und dokumentenbasierte Datenbanken stabil, performant und hochverfügbar in Kubernetes zu betreiben – ohne auf Cloud-DB-Services angewiesen zu sein.

Fazit

Self-Hosted Datenbanken in Kubernetes sind keine Experimente mehr, sondern praxiserprobte Realität. Die Wahl des passenden Operators hängt stark von den Workloads und organisatorischen Anforderungen ab:

  • PostgreSQL (CloudNativePG) für relationale Standards, hohe Zuverlässigkeit und Community-Support.
  • MariaDB Operator für MySQL-Kompatibilität und Multi-Master-Szenarien.
  • MongoDB Operator für hochskalierbare, dokumentenbasierte Workloads.

Mit Storage-Lösungen wie Longhorn lassen sich diese Datenbanken performant und resilient betreiben – und bieten damit eine echte Alternative zu Cloud-hosted DBs, ohne Souveränität und Flexibilität aufzugeben.

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